Langballig : Freie Bahn für Forellen

Freude über den Rückbau der Wehre und die Neugestaltung des Bachbettes bei Thomas Biel von der Schutzgemeinschaft Langballigau (links) und Bürgermeister Kurt Brodersen.
Freude über den Rückbau der Wehre und die Neugestaltung des Bachbettes bei Thomas Biel von der Schutzgemeinschaft Langballigau (links) und Bürgermeister Kurt Brodersen.

Das Flüsschen Schulau wurde von zwei Wehren befreit. Naturschützer hoffen nun darauf, dass sich im Oberlauf wieder Forellen, Stichlinge und Aale ansiedeln.

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22. August 2018, 16:39 Uhr

Langballig | Ein jahrzehntelanges Hindernis im Verlauf der Schulau, eines Zuflusses der Langballigau, ist aus dem Weg geräumt. In der Nähe der Kläranlage Unewatt war der Bach vor langer Zeit mit Hilfe von Wehren für zwei Fischteiche aufgestaut worden. Lange schon außer Betrieb und verfallen, stellten sie trotzdem eine unüberwindbare Hürde für alle Wanderfische in diesem Bereich dar. Um die ökologische Durchgängigkeit wieder herzustellen, hatten sich im vergangenen Herbst alle beteiligten Behörden und Verbände zusammengesetzt und die erforderlichen Maßnahmen abgestimmt.

Die Planung und Bauüberwachung lag in den Händen von Diplomingenieurin Ria Faßbinder vom Büro „Wasser und Plan“ in Hamburg. Das Unternehmen Brehmer aus Norderheistedt in Dithmarschen führte die erforderlichen Baumaßnahmen aus. Während sich notwendige Baumfällungen im nassen Frühjahr als schwierig erwiesen, kam der trockene Sommer den Erdarbeiten sehr zugute. Die beiden jeweils fast fünf Meter hohen Erddämme wurden abgetragen. Etwa 500 Kubikmeter ausgebaggerter Boden konnten auf ein nahegelegenes Feld verbracht werden. Mit Steinen unterschiedlicher Größe und mit Kies wurde dann das Bett des Baches, der gegenwärtig fast kein Wasser führt, neu gestaltet.

Für den Bauherrn, den Wasser- und Bodenverband Langballigau, zeigte sich dessen Vorsteher Karl-Henning Diederichsen bei der Abnahme der Arbeiten sehr zufrieden. Gleiches galt für Landwirt Kai Bischof, über dessen Grund die Arbeiten erfolgten. Geradezu begeistert war Thomas Biel von der Schutzgemeinschaft Langballigau. Die 15 Kilometer lange Schulau sei jetzt in gesamter Länge ohne Verrohrung und damit mechanisch frei. „Das ist ein Meilenstein. Da kann sich jetzt richtig was tun!“ Er hofft darauf, dass nun Meer- und Bachforellen sowie Stichlinge und Aale den Oberlauf des Baches besiedeln. Für Langballigs Bürgermeister Kurt Brodersen steht als nächste Aufgabe der Stopp des Sandeintrages an.

Die Gesamtmaßnahme hat nach Faßbenders Aussage etwa 105000 Euro gekostet und wurde gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes und durch Mittel des Bundes und des Landes im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“.

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