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Stadtplanung : Freie Bahn für die Neumarkt-Türme

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Plan eines Hotelneubaus am Rathaus löst im Planungsausschuss kaum Gegenwind aus.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 12:19 Uhr

So viel Zustimmung war selten: An der neuen Planung für das letzte freie Grundstück am Rathausplatz gab es fast keine Kritik, stattdessen aber viel Unterstützung und am Ende ein einstimmiges Ergebnis. Die Geschmeidigkeit, mit der Chefplaner Schroeders und Architekt Mike Barth das Thema durch den jüngsten Planungsausschuss manövrierten, mag auch damit zu tun haben, dass es für das Kontorhaus, das Investor Gerd Theilen hier plante, bereits eine Baugenehmigung gab. Sehr geschickt leitete Architekt Barth aus dem Büro von Laust Lorenzen das neue Projekt mit dem Doppelturm aus dem bereits genehmigten Bürohaus her.

Und das war zwar nicht so hoch wie die beiden Türme, von denen der höhere elf Geschosse erhalten soll. Dafür wirkte es aber massiver und hatte eine deutlich größere Grundfläche als das Hotel. Auch der umbaute Raum war mit 23900 Kubikmeter um 2300 Kubikmeter größer.

Das Kontorhaus hatte wie das Hotel vier Geschosse im Sockel, darauf kamen zwei Staffelgeschosse, die sich von der Hauptfassade ein paar Meter zurück zogen. Diese Staffelgeschosse wurden bei der Neuplanung quasi abgeräumt und als Doppelturm wieder aufgesetzt. Der Raum ist (fast) geblieben, die räumliche Wirkung ist eine ganz andere – zumal der Baukörper sowohl an der Seite zum Neumarkt als auch im Norden zum Rathaus von den Baugrenzen etwas zurück springt und somit weniger Fläche benötigt als das bereits genehmigte Kontorhaus, wie Mike Barth erläuterte.

Die künftige Tiefgarage liegt in Zukunft nicht nur unter dem Hotel, sondern auch unter einem Teil der Parkflächen an der Roten Straße. Die Einfahrt wird im Bereich des Hotels am Rathaus sein und führt zur Tiefgarage der Sydbank, zu den neuen unterirdischen Parkflächen und zur Tiefgarage unter dem Dienstleistungszentrum.

„Was wir kritisch sehen, ist die Fassade“, kommentierte CDU-Vertreter Arne Rüstemeier Barths Vortrag im Umwelt- und Planungsausschuss. Die sei noch nicht „der Weisheit letzter Schluss“. Das war’s dann aber auch mit der Kritik, und Barth beeilte sich zu versichern, dass man an der Fassade noch arbeiten werde. „Totale Unterstützung“ signalisierte Kim Harder (FDP). „Gern noch zwei Geschosse mehr“ könnten die Türme bekommen, fand Frank Hamann (Die Linke). Das sah auch Pelle Hansen (Die Grünen) ähnlich. Harro Teichmanns Bedenken, dass die verbleibenden freien Flächen an der Roten Straße in ferner Zukunft gegen den Willen der Stadt bebaut werden könnten, räumte Chefplaner Peter Schroeders aus; das werde man im Grundstückskaufvertrag festlegen.

Mit dem einstimmigen Votum in der Abstimmung am Dienstag sind die Türme aber noch nicht beschlossen. Zunächst hat der Ausschuss die Teilaufhebung des Bebauungsplans von 1996 beschlossen, mit dem sich die Politiker vor fast 20 Jahren eine Neugestaltung des Neumarkts mit Freilegung des Mühlenstroms erträumt hatten.

Mit der Teilaufhebung sei eine erneute Auslegung der Planung verbunden, versicherte Chefplaner Schroeders; auch eine Bürgerbeteiligung sei vorgesehen. Mit mehr Flexibilität komme man so zu einer „neuen städtebaulichen Qualität“.

 

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