Festival im Mai : Folk-Baltica setzt auf Stimmen und die Bernsteinstraße

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Der Vorverkauf für die insgesamt 40 Veranstaltungen vom 7. bis 11. Mai hat begonnen.

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07. März 2014, 12:00 Uhr

Es ist ein kleines Jubiläum. Folk-Baltica feiert vom 7. bis 11. Mai sein zehntes Festival in Flensburg und 16 anderen Orten nördlich und südlich der deutsch-dänischen Grenze. Gefeiert wird auch, dass die Finanzierung gesichert ist – nicht zuletzt dank zweier neuer Sponsoren. 40 Veranstaltungen sollen wie schon im letzten Jahr 3500 oder noch mehr Zuschauer in Kirchen und Konzertsäle, Speicher und Museen locken. Hauptspielort ist nach der Alten Post, Duborg-Skolen und der Waldorfschule in diesem Jahr das Deutsche Haus. „Der Saal der Waldorfschule war im letzten Jahr schlicht zu klein“, erklärte Festival-Geschäftsführer Peter Boll den erneuten Wechsel.

Auch wenn Folk-Baltica, wie der künstlerische Leiter Harald Haugaard sagt, als „Stern über der ganzen Region strahlt“ – große Stars sucht man im 74-seitigen Programmheft wiederum vergeblich. Es sind wie immer die vielen kleinen, zum Teil exotisch klingenden Namen aus 14 europäischen Ländern, die Folk-Baltica erneut zu einem „kompromisslosen und innovativen Festival“ machen, so Haugaard. Der Trompeter Palle Mikkelborg ist immerhin in Dänemark eine Berühmtheit und in Deutschland zumindest vielen Jazzfans ein Begriff; beim Eröffnungskonzert im Alsion führt er sein eigens für Folk-Baltica komponiertes Werk „Song tread lightly on my heart“ auf.

Statt eines Länderschwerpunkts gibt es in diesem Jahr ein Thema: die Bernsteinstraße. Vor über 3000 Jahren existierte ein Handelsweg aus dem Baltikum bis ans Mittelmeer. Bernstein war in den dortigen Hochkulturen ein begehrtes Gut; Schmuck aus baltischem Bernstein fand sich in Pharaonengräbern ebenso wieder wie in den Königsgräbern des alten Mykene. Beim Hauptkonzert „Bernsteinstraße“ am 10. Mai spielen Musiker aus sieben Anrainerstaaten gemeinsam auf der Bühne. Südlichste Vertreterin ist die aus Sizilien stammende Sängerin Etta Scollo. Das Schifffahrtsmuseum zeigt die Foto- und Medien-Ausstellung „The Amber Road Show“.

Zentrales Festivalinstrument ist in diesem Jahr die menschliche Stimme. Folgerichtig ist das erste Hauptkonzert am Freitag ein Liederabend mit dem Trio Rosenrot, Erich Schmeckenbecher, dem Gründer des Duos „Zupfgeigenhansel“, und dem Trio der norwegischen Sängerin Sigrid Moldestad.

Eine weitere Neuerung haben sich Haugaard und Boll beim Festival „Celtic Colors“ in Kanada abgeguckt: den Festivalclub. Nach den beiden Hauptkonzerten im Deutschen Haus geht es ab 23 Uhr bis tief in die Nacht in der Imagine-Bar (früher „Rieve“) mit Spontankonzerten und Gesprächen weiter. „Damit wollen wir vor allem jüngere Besucher ansprechen“, so Boll.

Einige kleinere Spielorte wurden aufgegeben, einige neue sind dazu gekommen: St. Olaf-Kirche Breklum, St. Jürgen-Kirche Gettorf, Musik- und Theaterhaus Toftlund/DK und das Kulturforum in Kiel. Björn Engholm hat ein Grußwort geschrieben, und für drei Jahre darf das Festival den Ehrentitel „Leuchtturm-Projekt“ führen.

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