zur Navigation springen

Festival in und um Flensburg : Folk-Baltica auf großer Reise

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Festival präsentiert 35 Konzerte an neun Tagen im Norden Schleswig-Holsteins und Sønderjylland: Am 13. Mai ist Auftakt in Husum

Süßigkeiten kaufen, weil unter Folkmusikern doch allerhand Naschkatzen sind, Setlists absprechen und Instrumentenwünsche erfüllen – das sind die letzten Vorbereitungen, die Geschäftsführerin Juliana Christiansen und der künstlerische Leiter Harald Haugaard treffen für die 13. Ausgabe von Folk-Baltica vom 13. bis zum 21. Mai. Das Publikum hatte schon vor Weihnachten Gelegenheit, Festivaltickets zu kaufen und macht rege davon Gebrauch, sagt Juliana Christiansen und blickt dem Auftakt am 13. Mai in Husum ebenso entspannt entgegen wie Harald Haugaard.

„Flensburg ist unser Hauptspielort“, betont sie, und das sei so gewollt. Hier finden 13 von 35 Konzerten statt; die 35 verteilen sich auf 34 Spielstätten und 20 Orte im Land und Sønderjylland. Am Sonnabend, dem 20. Mai, könne man in Flensburg zum Beispiel von „morgens bis abends Konzerte besuchen“, sagt die Geschäftsführerin. „Bis nachts“, korrigiert Harald Haugaard und erinnert an die „Karibische Nacht“, die um 23 Uhr das siebenköpfige „The Original Danish Polcalypso Orchestra“ im Flensburger Schifffahrtsmuseum einläutet. Damit ist eines der Subthemen musikalisch angerissen, die große Auswandererwelle vor hundert Jahren, sagt Haugaard, und der ebenso alte Verkauf der Dänisch-Westindischen Inseln Flensburgs an die USA.

„Die große Reise“, „Den store rejse“, lautet das diesjährige Motto des Festivals, und diese führe von Nordamerika bis in den Norden Europas, erklärt der dänische Geiger Haugaard. Immigration gebe es auch heute, „man kann das reflektieren“, sagt er, und „es gibt kein Schwarz und Weiß.“

Eine Künstlerin, die er besonders achtet und die das Thema verkörpert, ist die Hauskünstlerin in diesem Jahr. Haugaard ist ein Fan von Dota Kehr und ihres Songs „Grenzen“. Die gibt es in der Musik nicht, und wenn, dann werden sie mit Musik gesprengt, betont er unermüdlich. „Ich melde mich ab, ich will einen Pass, wo Erdenbewohner drin steht“, singt die Liedpoetin aus Berlin, die früher auch als „Kleingeldprinzessin“ auftrat. Als Hauskünstlerin kommt sie mal allein, mit einem Gitarristen, mit Band und auf jeden Fall ins Gespräch mit dem Publikum. Beim „Meet the artist“ am Sonnabend wird auch gleich der neue Spielort in der Sydbank beim Rathaus genutzt. Die Festivalchefs freuen sich über diese Möglichkeit, wo am selben Tag auch das Festival im Festival „Folk in Blüten“ mit sechs Nachwuchsfolkbands stattfindet, das selbst zwei Nachwuchsmusiker organisiert haben. Die Neubauer Wagenhalle (Marie-Curie-Ring 39) ist noch eine neue Spielstätte, die sich gerade für jüngere Besucher eigne. Das findet Juliana Christiansen, die im Wege ihres Lehrauftrags an der Uni ihren Studenten Einblick in Kulturmanagement bietet und manchem mit einem Konzertbesuch Augen und Ohren öffnete. Ihr „Herzkonzert“ in der Kirche der Diako erlebt die zweite Auflage und wird wie 2016 in die Patientenzimmer übertragen. Dieses Mal spielen Mari Kalkun mit Runorun aus Estland.

Mit Kimberley Fraser, Aoife O’Donovan, Alejandra Ribara, Martin Simpson und dem über 80 Jahre alten Spielmann Dwight Lamb nennt Harald Haugaard nicht nur auch große Musiker, sondern solche, deren Wurzeln und Biographien ebenfalls um den Erdball reisen. Die Amerikanerin mit irischen Vorfahren O’Donovan tritt am Sonnabend (20. Mai) in der Robbe- und-Berking-Werft am Industriehafen auf, ebenso das skandinavische Quartett Basco mit Julli Hjetland. Es gibt noch Karten für alle Konzerte, auch noch ein paar Festivalpässe, sagt Juliana Christiansen. Die üblichen Verdächtigen haben ihre Pässe schon sicher, etwa das französische Pärchen, das mal in einem Urlaub, so erzählt die Geschäftsführerin, das Festival in Flensburg für sich entdeckte und seither zu diesem Termin wiederkehrt.

www.folkbaltica.de/home


Verlosung: Je zwei Karten für „Warten auf Wind“, 18. Mai, 20 Uhr, in der Neubauer Wagenhalle im Marie-Curie-Ring 39 in Flensburg; Liederabend „Unterwegs“ (Martin Simpson; Alejandra Ribera), 19. Mai, 20 Uhr, St. Jürgen-Kirche, Jürgensgaarder Straße 1 in Flensburg. Die jeweils erste Email gewinnt (bitte angeben, welches der beiden Konzerte gewünscht wird) an: redaktion.flensburg@shz.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert