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Glücksburg : Fördeland-Therme feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die hohen Kosten brachten das Glücksburger Bad immer wieder in die Schlagzeilen.

Glücksburg | Im Gespräch ist die Fördeland-Therme meistens wegen ihrer hohen Betriebskosten. Doch nun gibt es eine positive Nachricht: Die Therme wird zehn Jahre alt. Am kommenden Wochenende, vom 7. bis 9. April, wird Geburtstag gefeiert mit Sauna-Nacht, Kinotag und Familien-Party (das vollständige Programm siehe Kasten).

Zehn Jahre Fördeland-Therme – das bedeutet in Zahlen: Insgesamt 1,6 Millionen Besucher seit Bestehen, täglich annähernd 500 Badegäste. Bei den Planungen war man allerdings von mehr ausgegangen. „720 Besucher pro Tag waren wohl vorgesehen“, räumt Betriebsleiter Matthias Ginkel ein. 400 Schwimmpässe wurden 2016 ausgestellt, davon 200 Seepferdchen. Die Teilnehmerzahlen von Kursen wie Aquafitness und Seniorenschwimmen seien stabil, so Ginkel.

Die DLRG vermeldet: 150 bis 200 weitere Abzeichen pro Jahr, davon 25 Seepferdchen (2016). „Die Therme ist unsere Achillesferse“, beschreibt es DLRG-Ortsvorsitzender Horst Petersen. Ohne sie wären seine 460 Mitglieder, davon 300 Jugendliche, aufgeschmissen. Der Verein gewann 2007, als das Bad eröffnete, 33 neue Mitglieder. Während die DLRG ausschließlich das 25-Meter-Schwimmerbecken nutzt, freuen sich andere über das runde Erlebnisbecken, zwei Außen-Pools, zwei Whirlpools, eine 105-Meter-Rutsche und fünf Saunen.

Das große Angebot verursacht hohe Kosten, die den Haushalt der Stadt mit jährlich rund 900  000 Euro belasten. Flensburg beteiligt sich mit 20  000 Euro pro Jahr, der Kreis zahlte einmalig eine Ablösesumme. Der frühere Betreiber, die Deyle Gruppe, stieg vorzeitig aus einem 25-Jahre-Vertrag mit Glücksburg aus. Seitdem steht die Stadt alleine da.

Stadtvertreter Burkhard Repenning hat die hohen Kosten stets im Kopf. Die Therme ist für ihn „das finanzielle Hauptproblem der Stadt“, obwohl er einräumt, dass ein Bad für einen Tourismusort wie Glücksburg „ohne echte Alternative“ ist. Förde-Tourismuschef Gorm Casper bezeichnet die Therme als „unverzichtbaren Erlebnisbaustein für die Nebensaison und für die ganze Region an der Flensburger Förde“. Glücksburgs Bürgermeisterin Kristina Franke hat durch die Übernahme des Amtes der Schwimmbad-Geschäftsführerin ihr Bekenntnis längst gegeben. Sie begrüßt die regionale Ausrichtung des Bades. 2016 habe man Palmen und Papageien gegen Strandhafer, Surfbretter und Bojen ausgetauscht. In einigen Bereichen befinde sich echtes Ostsee-Wasser. Die Mitarbeiter seien motiviert, die Atmosphäre im Bad familiär, einzig die schmalen Umkleiden findet Franke verbesserungswürdig.

Nichts anders würde der zur Bauzeit amtierende Bürgermeister John Witt bei der Badplanung heute machen. Für ihn, der nach eigenen Angaben bei Amtsantritt 2001 mit einem insgesamt schlechten Zustand der gesamten Infrastruktur konfrontiert war, ist das Bad nicht zu groß geplant worden. Das alte Meerwasserwellenbad von 1971 war ein Sanierungsfall und musste geschlossen werden. Der Neubau kostete 14,2 Millionen Euro und wurde ungefähr zur Hälfte vom Land bezuschusst. Die Bauzeit betrug rund eineinhalb Jahre.

Für Witt trägt die Stadt Flensburg die Schuld an der Glücksburger Schwimmbad-Misere. Kurz nach Eröffnung baute Flensburg das Campusbad. Damit, so Witt, konnte die Deyle Gruppe von ihrem Ausstiegsrecht Gebrauch machen. Der Vertrag hatte konkurrierende Bäder-Neubauten in der Nähe ausgeschlossen.

Witt versteht das Verhalten der Stadt Flensburg bis heute nicht. „Es ist doch sehr verwunderlich, da kurz zuvor die Verwaltungsgemeinschaft mit Glücksburg geschlossen wurde und der Vertrag vorsah, dass man sich über alle wichtigen Themen vorher abstimmen wollte.“ Er hoffe dennoch, so Witt, dass die Therme noch viele Jahre den Menschen Freude und Gesundheit bringe.



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