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Ausschuss Glücksburg : Förde-Tourismus: Mehr Fragen als Antworten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Glücksburger Finanz- und Hauptausschuss beklagen Mitglieder den Mangel an Informationen auf dem Weg zur Lokalen Tourismus-Organisation Flensburg, Glücksburg, Langballig und Harrislee.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Die Zeit drängt. Wenn die neue Gesellschaft der Lokalen Tourismus-Organisation (LTO) von Flensburg, Glücksburg, Harrislee und Langballig zum Jahresbeginn 2015 startklar sein soll, muss der Geschäftsführer bald bestimmt sein. Doch der Finanz- und Hauptausschuss in Glücksburg strich den Punkt „Entwurf Stellenausschreibung und Stammkapital“ am Dienstagabend wieder von der Tagesordnung.

Der Ausschussvorsitzende Timo Petersen (CDU) erklärte: „Wir haben nichts zu beschließen.“ Die Geschäftsführung werde in erster Linie durch Flensburg eingestellt. „Es ist keine Mitarbeiterin von uns.“ Ob die weibliche Form ein Versprecher war, oder absichtlich gewählt, ließ er auch auf Nachfrage offen. Gyde Diederich (Bündnis 90/Grüne) wunderte sich, den Entwurf der Stellenausschreibung nicht einsehen zu können. „Ich dachte, wir kriegen ihn auf den Tisch.“ Petersen wiederholte, dass sie nicht über eine Flensburger Entscheidung befinden könnten. Petersen wie auch Gerd Pirschel (CDU) wiesen auf den LTO-Beirat hin, in dem Glücksburg mit zwei Personen vertreten sei – Pirschel selbst und Harald Danzer (SPD).

Die Entscheidung, wer die Geschäftsführung der neuen Gesellschaft übernehmen werde, treffe der Beirat, erklärte gestern Thomas Dethleffsen, Flensburger Ratsherr und Vorsitzender des Beirats. In dem Gremium ist auch Flensburg mit zwei Stimmen vertreten, Langballig und Harrislee mit je einer. Die Ausschreibung sei so angelegt, dass mit ihr noch eine Geschäftsführung für den Flensburg Fjord Tourismus (FFT) als auch für die mögliche Folgeorganisation der LTO eingestellt werden kann. Das sei bei dem Zeitplan sinnvoll. „Wir wollen baldmöglichst einstellen.“ Bis dahin führt Finja Fröhlich die Geschäfte des FFT. Ob sie in der engeren Wahl für die LTO-Gesellschaft ist, ließ Dethleffsen offen. Im Gegensatz zum Glücksburger Hauptausschuss erhalten die Mitglieder des Flensburger Gremiums Einblick in den Entwurf.

Auf nähere Informationen zum Stammkapital der LTO-Gesellschaft mussten die Glücksburger ebenso verzichten. Die Höhe stehe noch nicht fest, bekundete Timo Petersen. Beiratsvorsitzender Dethleffsen erklärte: Im Beirat sei man uneins über die Höhe. Einige plädierten aus haushaltstechnischen Gründen für das Mindestkapital von 25 000 Euro, andere wollten deutlich mehr einstellen und damit den zu erwartenden Umsatz anpassen. Dann könne die Gesellschaft über künftige Ausgaben freier entscheiden, sagte Dethleffsen. Welcher Betrag Flensburg dabei vorschwebt, mochte der Ratsherr wegen laufender Gespräche nicht sagen, nur so viel: „Ich rechne mit einer fünfstelligen Summe.“

Die Beiratsmitglieder aus Glücksburg dürften zu denen gehören, die ein Mindeststammkapital bevorzugen. Denn die Lücke im Haushalt der kleinen Stadt wächst weiter. Für 2014 wird mit einem Jahresfehlbedarf von 1,4 Millionen Euro und einem Liquiditätsunterschuss von 2,6 Millionen Euro gerechnet. Die Kommunalaufsicht im Kreis Schleswig-Flensburg forderte bereits restriktive Maßnahmen, denen die Stadt mit neu erschlossenen Quellen wie der Stellplatzsteuer für Camper nachkommen will.

Den Konsolidierungsprozess wird der Finanz- und Hauptausschuss koordinieren. Die Finanzabteilung in Flensburg erhielt den Auftrag, bis zum 4. Februar darzustellen, unter welchen Bedingungen, wann und durch wen ein neues Haushaltskonsolidierungsprojekt umgesetzt oder begleitet werden könnte.

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