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Fährverbindung : Förde-Reederei steuert Kurs Kuba

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Flensburger Unternehmen übernimmt ein Tourismus-Unternehmen in Seattle. Das gemeinsame Ziel ist die Errichtung einer Fährverbindung zur Karibikinsel.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 14:30 Uhr

Flensburg | Die Flensburger Förde-Reederei Seetouristik (FRS) hat ihr Spielfeld erheblich erweitert: Nach Europa, Nordafrika und dem Mittleren Osten kommen jetzt Städte im Nordwesten der USA beziehungsweise Kanada zu den Heimathäfen der international tätigen Unternehmensgruppe hinzu. Unternehmenssprecherin Birte Dettmers teilte gestern Nachmittag mit, dass die FRS seit Jahresbeginn die Mehrheitsanteile der Clipper Inc. in Seattle übernommen hat. Clipper ist Reiseexperte für den Nordwesten der USA und den Westen Kanadas und unterhält daneben feste Fährverbindungen zwischen Seattle, Victoria und den St. Juan Islands.

Die neue Partnerschaft hat zum Ziel, das Angebot in diesem Fahrtgebiet zu vertiefen – und ein neues zu erschließen. „Mit der Unterstützung von Clipper planen wir den Aufbau einer neuen Fährlinie zwischen Florida und Kuba“, so Dettmers.

Damit schwenken die beiden Unternehmen auf den Entspannungskurs ein, den Präsident Barack Obama und Kubas Präsident Raúl Castro im April mit dem historischen Handschlag auf dem Amerika-Gipfel von Panama nach 60 Jahren Eiszeit besiegelten. Seit August unterhalten beide Staaten wieder diplomatische Beziehungen, gute Aussichten für unternehmerische Impulse. Noch sei die Umsetzung der Expansionspläne von staatlichen Vorgaben und Genehmigungen auf Regierungsebene abhängig.

Merideth Tall, Gründerin und Geschäftsführerin von Clipper, sieht aber hervorragende Chancen, einen lang gehegten Traum an der Seite ihrer Flensburger Partner jetzt umsetzen zu können. „Als ich 2002 eine Delegationsreise der US-Senatorin Maria Cantwell begleiten durfte, habe ich verstanden, welche Chancen sich durch die Annäherung von Kuba und den USA für die Tourismusindustrie ergeben“, so Tall. „Gemeinsam mit der FRS werden wir unsere bedeutende Rolle in der Tourismusbranche Nordamerikas weiter ausbauen.“

Mit der deutsch-US-Amerikanischen Eheschließung wollen zwei Marktführer die Kräfte bündeln: Die vor 30 Jahren gegründete Clipper Inc. gilt regional im Nordwesten als die Nummer eins. Clipper Vacations ist ein anerkannter Reiseexperte, der seit 1986 mehr als acht Millionen Kunden die Transport-, Reise und Übernachtungspakete in einer Region von der Größe Schleswig-Holsteins verkauft hat. Die Flensburger FRS ist führend im maritimen Transport von Personen, Fahrzeugen und Cargo auf kurzen Distanzen. Als globale Fährreederei betreibt die FRS 60 Schiffe und transportierte im vergangenen Jahr mehr als sieben Millionen Passagiere und anderthalb Millionen Fahrzeuge auf nationalen und internationalen Fährrouten.

„Dies ist ein aufregender Tag für Clipper. Wir bündeln unsere Kräfte, indem wir uns mit einem anderen Marktführer vereinen“, sagt Merideth Tall, die auch Vorsitzende des Beirats von Clipper ist. „FRS ist ein Unternehmen, das dieselben Werte und Visionen in Bezug auf Reisen und Tourismus in Nordamerika hat und langjährige Erfahrung in internationalen Märkten mitbringt. Wir wollen diese langjährige Erfahrung der FRS im weltweiten Management von Fährbetrieben nutzen, um die ehrgeizigen Wachstumspläne zu verwirklichen.“ Die Expansion in den Verkehren nach Vancouver und Kuba werde auch für die beiden kanadischen und US-amerikanischen Städte, die Clipper derzeit anläuft, von großem Vorteil sein, ergänzt sie.

Auch in Flensburg setzt man große Hoffnungen in das jüngste Kind der Unternehmensgruppe mit weltweit 1500 Beschäftigten. „Wir freuen uns, dass wir mit unseren Erfahrungen aus dem europäischen Tourismusmarkt jetzt auch in Nordamerika Fuß fassen konnten“, sagt Götz Becker, Geschäftsführer von FRS. „Clipper hat eine bemerkenswerte Erfolgsbilanz in Nordamerika und wird nun noch umfangreicher den kanadischen Tourismusmarkt mit einer neuen Fährlinie nach Vancouver bedienen. Gemeinsam werden wir jetzt eine neue Verbindung zwischen Florida und Kuba aufbauen.“

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