Stadtplanung : Förde-Park: Kompromiss für einen neuen Anfang

Der Förde-Park mit einer Kuppel aus Glas und Holz.
Der Förde-Park mit einer Kuppel aus Glas und Holz.

Nach 23 Jahren werden Weichen für Erweiterung gestellt / Keine Aussage zum Spielwaren-Riesen

shz.de von
18. Juni 2015, 11:15 Uhr

Alles wieder auf Null: Das ist die Essenz des Beschlusses, den der zuständige Umwelt- und Planungsausschuss zum Förde-Park gefasst hat. Nach wochenlangen, zum Teil emotionalen Diskussionen unter Beteiligung der IHK, der Innenstadt und besonders betroffener Innenstadt-Kaufleute hat die Stadtplanung einen Minimalkonsens formuliert, der alle wirklich kontroversen Entscheidungen in die Zukunft verschiebt und jedem eine Zustimmung leicht macht. Beschlossen wurde, für den Bereich des Förde-Parks nach 1992 einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, der – so viel steht fest – dem Einkaufszentrum an der Schleswiger Straße eine Erweiterung ermöglicht.

Immerhin legt sich die Stadtplanung auf etwas fest, was sich ohnehin nicht ändern lässt: die so genannte Tripolarität der drei Schwerpunkte des Einzelhandels Förde-Park, Citti-Park und Innenstadt. Dieser Tripol sei auszubauen. Mit dem Citti-Park wurde vor zwei Jahren der Anfang macht, die Innenstadt tut sich erfahrungsgemäß schwer mit konkreten Maßnahmen zur Erhöhung der Anziehungskraft. Immerhin gibt es jetzt eine City-App.

Ausgemacht ist offenbar auch die Kausalkette, dass ein attraktiver Förde-Park automatisch die Attraktivität der Stadt erhöht. Explizit wird das Ziel einer höheren „Abschöpfungsquote“ genannt: Man will mehr Kaufkraft aus einem größeren Einziehungsgebiet nach Flensburg holen. Im Laufe des Planverfahrens soll auch herausgearbeitet werden, welche Folgen die Citti-Park-Erweiterung für die Innenstadt hat.

Wie schon berichtet, möchte der Förde-Park seine Verkaufsfläche um rund 5000 Quadratmeter erweitern und auf dem heutigen Parkplatz einen neuen Querriegel bauen. Da hat auch niemand etwas dagegen. Doch wer darf hier hinterher was verkaufen? Dissens gab es im Vorfeld vor allem um die Frage, ob der Spielzeug-Riese „Toys ’R’us“ kommen darf. Diese Frage bleibt nach dem jüngsten Beschluss vorerst offen, doch es gab starke Stimmen, dessen Ansiedlung zum Schutz bestehender Händler zu verhindern.

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