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Hybridbusse in Flensburg : Flüsterleise aus der Haltestelle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aktiv-Bus setzt ab sofort zwei neue Gelenkbusse mit Hybrid-Motoren in der Stadt ein. Diese sollen über 30 Prozent Kraftstoff einsparen bei 79000 Euro Mehrkosten. Das Busfahren wollte aber nicht teurer werden.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Die wichtigste Nachricht zuerst: Das Busfahren wird durch die neuen Hybridbusse der Marke Volvo nicht teurer. Zwar kostet jeder der beiden schneeweißen Gelenkzüge 79  000 Euro mehr als ein konventioneller Bus, doch die Mehrkosten will Aktiv-Bus spätestens in zehn Jahren durch die Diesel-Einsparung wieder herein geholt haben. Gestern wurden die Busse an der Hafenspitze präsentiert, in den kommenden Tagen werden sie ins tägliche Fahrgeschäft integriert.

Damit beginnt das Elektro-Zeitalter im Öffentlichen Personen-Nahverkehr an der Förde. Die beiden Busse verfügen über einen Diesel-Motor nach Euro-6-Norm und zusätzlich über einen Elektromotor, der vor allem beim Anfahren aus der Haltestelle zum Einsatz kommt, um dort leiser zu sein und weniger Abgase auszustoßen. Beim Bremsen wird Energie gewonnen, mit denen die Batterien aufgeladen werden. Jeder Bus hat je zwei 250 Kilo schwere Batterien, die im Dach des Fahrzeugs untergebracht sind. Über Nacht können die Busse zur Regeneration der Batterien ans Stromnetz angeschlossen werden; damit gelten sie aber noch nicht als Plug-in-Fahrzeuge.

Doch die hat Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax, der die Busse gestern „mit einer Portion Besitzerstolz“ der Öffentlichkeit präsentierte, längst auf dem Schirm. Mit der Plug-in-Technologie werden die Batterien an den Endhaltestellen in sieben bis acht Minuten aufgeladen; die Reichweite moderner Busse mit reinem Elektromotor bezifferte der Bus-Chef auf „sieben bis zehn Kilometer“ und damit ideal für das Flensburger Stadtgebiet mit seinen vergleichsweise kurzen Linien. Diese Busse stünden spätestens 2018 bis 2019 zur Verfügung. „Die kosten aber Geld“, betonte Hemkentokrax mit einem deutlichen Wink in Richtung Rathaus. „Da muss die Politik dann Farbe bekennen, ob sie das wirklich will.“

Bisher will sie – aber nur, so lange es sich rechnet, wie Rolf Helgert, Aufsichtsratsvorsitzender der Aktiv-Bus-Mutter Stadtwerke betonte. „Das war eine schwierige Gratwanderung für uns“, sagte er. „Wir wollten nicht, dass sich wegen der Neuanschaffungen die Fahrpreise erhöhen. Es muss wirtschaftlich darstellbar bleiben.“ Ansonsten sei die neue Hybrid-Technologie „ein tolles Projekt, hinter dem der Aufsichtsrat zu hundert Prozent steht“.

In den Praxistests haben die Hybridbusse mehr Diesel eingespart als erwartet; Hemkentrokrax sprach von über 30 Prozent. Damit reduziert sich der CO2- Ausstoß der Flensburger Bus-Flotte. Doch fast noch wichtiger sei, „dass wir damit den Lärmpegel in der Stadt erheblich senken“. Denn beim Anfahren läuft nur der Elektromotor, der Diesel brummt leise im Leerlauf oder ist aus. Die nächste Generation sei so programmierbar, dass sich der Diesel vor Schulen, Krankenhäusern und Wohnheimen sowie in Fußgängerzonen (Angelburger Straße!) automatisch ausschaltet.

Am 17. April stellt Aktiv-Bus die neuen Busse zusammen mit den neuen Car-Sharing-Autos von Cambio auf dem Südermarkt vor.

 

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