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Flensburg Sandberg : Flüchtlings-Container sollen Wohnungen werden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jetzt startet die SPD-Ratsfraktion eine Initiative, den brachliegenden Wohnraum anderweitig zu nutzen, zum Beispiel durch Studenten, Wohnungslose oder Auszubildende.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2016 | 12:08 Uhr

Bewacht werden sie seit über einem Jahr – doch bisher hat noch kein einziger Mensch, ob Flüchtling oder Einheimischer, in der Container-Anlage an der Kanzleistraße gewohnt. Platz für 140 geflüchtete Menschen wurde hier Ende 2015 in Windeseile geschaffen. Doch es kamen dann am Ende weit weniger als erwartet, und deshalb stehen die Boxen leer. Miete, Bewachung und Strom kosten die Stadt rund 750.000 Euro pro Jahr (wir berichteten).

Jetzt startet die SPD-Ratsfraktion eine Initiative, den brachliegenden Wohnraum anderweitig zu nutzen, zum Beispiel durch Studenten, Wohnungslose oder Auszubildende. Das geht bislang nicht. Das Baurecht erlaubt für die zweistöckige Containeranlage , die Oberbürgermeister Simon Faber im Herbst 2015 in Dänemark beschafft hatte, keine „normale“ Wohnnutzung, sondern nur die Unterbringung von Flüchtlingen. Die SPD möchte das ändern und fordert in ihrem Antrag, der am 10. Januar im Umwelt- und Planungsausschuss diskutiert werden soll, eine entsprechende Änderung im Bau- und Planungsrecht – nicht nur für die Kanzleistraße, sondern auch für die teilweise mit Flüchtlingen belegten Unterkünfte an der Graf-Zeppelin-Straße und am Friedensweg.

„Aufgrund einer nicht vorhersehbaren massiven Abnahme der Zuweisung von Flüchtlingen ist eine alternative Nutzung ernsthaft zu prüfen, damit kein Leerstand, bei gleichzeitiger angespannter Wohnraumversorgung, durch die Stadt finanziert werden muss“, heißt es in der Vorlage. Gleichwohl müsse die Stadt weiterhin die drei genannten Unterkünfte zumindest teilweise vorhalten, da Flüchtlingsbewegungen nicht vorhersehbar sind.

Schützenhilfe für den SPD-Vorstoß gibt es von Bürgerseite. „Es ist keinem normalen Menschen zu erklären, warum dort bei Leerstand keine Studenten wohnen dürfen. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind, dann müssen diese schnellst möglichst geschaffen werden“, sagt Gernot Nicolai, Sprecher des zuständigen Stadtteilforums Jürgensby/Sandberg und früherer CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat.

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