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Notstand am Bahnhof : Flüchtlinge in Flensburg: Die Lebensmittel werden knapp

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Flensburger Bahnhof gibt es Probleme bei der Essensversorgung. Die Helfer sind dringend auf Spenden angewiesen.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Flensburg | Der Flensburger Bahnhof ist für viele Menschen das Tor nach Skandinavien. Die dänische Polizei lässt die Geflohenen aktuell nicht mehr problemlos weiterreisen und viele von ihnen bleiben aus Angst in der Fördestadt oder fahren zurück zu den Fährhäfen nach Kiel, Travemünde oder Rostock. Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung im Liveblog zur Flüchtlingskrise.

Am Donnerstag zählten die ehrenamtlichen Helfer am Bahnhof 300 Flüchtlinge, von denen 75 in den Notquartieren – den gesperrten Sporthallen – untergebracht wurden, wie Stadtsprecher Clemens Teschendorf mitteilt. Um auf eine große Anzahl von Schutzsuchenden vorbereitet zu sein, habe die Stadt bereits am Mittwoch die Fördehalle als Herberge vorbereitet. So sei in der Halle ein Schutzbelag auf dem Boden ausgelegt worden, um Schäden durch die Betten zu verhindern. Die Fördehalle ist aber nach Teschendorfs Erkenntnissen noch nicht benutzt worden. Das bestätigen auch die Helfer am Bahnhof.

Probleme gab es mit der Essensversorgung. „Am Donnerstag haben wir zum ersten Mal Lebensmittelnot gehabt“, sagt Hans Basselli. Der Flensburger organisiert seit Wochen mit drei weiteren Helfern zusammen Lebensmittel für die durchreisenden Flüchtlinge. Die Versorgung werde immer schwerer. Es mangele an Tomaten, Bananen, Gurken, Oliven und kleinen Wasserflaschen. „Viele hier ansässigen Unternehmen helfen nicht. Sie schicken höchstens formlose Schreiben, wenn wir anfragen“, klagt Basselli. Wenn sie die Mitarbeiter bei den Discountern ansprächen, dürften die nichts sagen, nur, dass es „ein Politikum“ sei. Basselli versteht die Haltung der Firmen nicht: „Die Märkte profitieren von uns, den Menschen, die bei ihnen einkaufen.“ Der Familienvater gibt die Hoffnung nicht auf, dass er doch noch Lebensmittelhändler als Lieferanten gewinnen kann.

Gut laufe es bei der Versorgung mit Fladenbroten, die ein Rendsburger Bäcker nach Bedarf liefern lasse, und bei der Versorgung mit Hygieneartikeln von einer Drogeriekette.

Teschendorf hofft, dass die gesperrten Sporthallen der Gemeinschaftsschule West und der Hannah-Arendt-Schule im Laufe der nächsten Woche für den Schul- und Vereinssport wieder freigegeben werden können. Beim Vertragsschluss fehlen demnach nur noch ein paar Feinheiten. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, erklärt er. Welches Gebäude die Alternativlösung wird, lässt Teschendorf weiter offen. Eins dürfte aber klar sein: Das ehemalige Lampen-Bauhaus an der Schleswiger Straße kommt nicht in Frage: In den Räumlichkeiten dort ist ein Fitness-Studio ansässig.

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