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Unterkünfte für Zugewanderte : Flüchtlinge in die Paulsen-Schule

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt muss handeln: Ein leer stehendes Gebäude an der Schloßstraße wird umgebaut, die ersten Neuankömmlinge ziehen nächste Woche ein.

Flensburg | Die bundesweite Entwicklung der Flüchtlingszahlen zeigt sich zunehmend auch in Flensburg. Das führt zu wachsenden Problemen bei der Unterbringung der Menschen aus Syrien, Eritrea und anderen Ländern. Kurzfristig will die Stadt deshalb bis zu 80 Personen in der seit rund einem Jahr leer stehenden Paulus-Paulsen-Schule – früher Voigtschule – an der Schloßstraße unterbringen. Die ersten sollen schon nächste Woche einziehen.

Noch in dieser Woche werden die Umbauarbeiten in dem betagten Gebäude beginnen. „Die Schule muss so hergerichtet werden, dass man darin wohnen kann“, so Rathaus-Sprecher Clemens Teschendorf. Handlungsbedarf gibt es vor allem im Sanitärbereich, die vorhandenen Duschen und Toiletten reichen bei weitem nicht aus. „Es ist geplant, entsprechende Container aufzustellen“, so Teschendorf. Zudem sollen die früheren Lehrküchen unter der Sporthalle reaktiviert werden, damit die neuen Schulbewohner sich versorgen können.

Schon seit vielen Monaten steht das frühere Schulhaus zum Verkauf. Es gab auch Interessenten, die sich hier gut unterschiedliche Formen innerstädtischen Wohnens vorstellen konnten. Doch letztlich konnten sich die Interessenten nicht mit der Stadt einigen, offenbar ist auch der letzte von ihnen abgesprungen: „Es gibt derzeit keine Kaufinteressenten“, sagte jedenfalls Stadtsprecher Teschendorf. So lag die Unterbringung von Flüchtlingen an der Schloßstraße nah.

„Zur Zeit leben 400 Flüchtlinge in der Stadt“, sagt Clemens Teschendorf. Doch er rechnet damit, dass sich diese Zahl bis zum Jahresende verdoppeln wird. Die weitere Entwicklung sei derzeit nicht absehbar. Im Land Schleswig-Holstein werde mit 27  000 Personen gerechnet.

Diese zuvor nicht erwartete Entwicklung stellt auch die Stadt Flensburg vor große Herausforderungen. Die grundsätzliche Ausrichtung einer dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge soll trotzdem weiterhin im Fokus bleiben. Damit wolle man nicht zuletzt die Integration der Neuankömmlinge fördern.

Allerdings habe sich gezeigt, dass der Wohnungsmarkt derzeit nicht die Möglichkeit bietet, ausreichend Wohnungen oder Häuser anzumieten, um die hohe Zahl an Flüchtlingen adäquat unterzubringen. Auch die relativ große Zahl leer stehender Wohnungen im Bestand der Wohnungsbaugenossenschaften (wir berichteten gestern) reicht offenbar nicht, um den Bedarf abzudecken.

Der Finanzausschuss hat deshalb bereits am 30. Juli beschlossen, Wohncontainer anzumieten und an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet aufzustellen. Die Standorte hierfür werden derzeit geprüft. Doch auch die Beschaffung der Container entwickelt sich aufgrund der Nachfrage im gesamten Bundesgebiet nicht so zügig, wie es erforderlich wäre.

Parallel dazu sucht die Stadt weiterhin nach freien Wohnungen überall in der Stadt. „Es soll vermieden werden, Sporthallen für die Unterbringung zu nutzen“, ergänzte der Stadtsprecher.

 

 



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erstellt am 14.Aug.2015 | 08:00 Uhr

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