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Flensburger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 16:27 Uhr

Stadtplanung : Flensburgs spannendste Baustelle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Korsett aus 48 Tonnen Stahl für alten „Kayser’s Hof“ / Eröffnung des neuen Hotels an der Schiffbrücke verschiebt sich auf Herbst 2016

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Es ist vermutlich die spannendste Baustelle der Stadt. An der Schiffbrücke werden derzeit auf engstem Raum eine Tiefgarage gebaut, ein vom Schwamm durchsetztes Haus aus dem 19. Jahrhundert entkernt, eine frei stehende Fassade gestützt und zwei alte Häuser wieder aufgebaut. Dazu kommen mehrere Neubauten. Kaum vorstellbar, dass hier in nur gut einem Jahr Touristen im Hinterhof mit dem Auto vorfahren, ein Glas Wein genießen oder in einer der alten Hafenkneipen wie „Cult“, „Journal“ oder „Brazil“ in der Sauna schwitzen.

Dabei ist Herbst 2016 schon später als ursprünglich geplant und natürlich auch nicht garantiert. Die Baustelle „Kayser’s Hof“ kann auch in Zukunft noch Überraschungen bergen, zudem sind die Bauherren vom Wetter des bevorstehenden Winters abhängig. „Wir haben zehn Monate auf die Baugenehmigung gewartet“, sagt Projektleiterin Hanna Höft. Das war deutlich länger als erwartet, und so konnte man erst in diesem Jahr richtig loslegen. „Jetzt arbeiten wir schon jeden Tag eine Stunde länger, um aufzuholen“, sagt Polier Peter Fries.

Der Kontrast zwischen der riesigen Baugrube für die Tiefgarage und den Resten der kleinteiligen Bebauung an der Schiffbrücke ist enorm. Der Querriegel mit Disco und „Speicher“ – weg. Die Lärmschutzwand mit Dach parallel zum „Oluf“ – weg. Der Innenhof – weg. Stattdessen Stahl, Beton und blaue Säulen. „Das sind Brunnen“, sagt Bauleiter Ole Craß. „Wir fahren hier eine Wasserhaltung.“ Will sagen: Die Tiefgarage wird in einen Grund gebaut, durch den seit der letzten Eiszeit ständig Wasser vom westlichen Fördehang hinunter in die Förde fließt. Spundwände verhindern, dass aus der Tiefgarage ein riesiger Swimmingpool wird. Außerhalb dieses Bereichs zeigen Pegel den Wasserstand im Umfeld: „Geologen kontrollieren die Pegel regelmäßig“, so Craß. Das ist wichtig für die Standfestigkeit der Nachbarhäuser, zum Beispiel im Oluf-Samson-Gang und im Herrenstall.

300 Kubikmeter Beton werden hier in den nächsten Tagen für die Sohle der Tiefgarage eingebracht, neun Lkw werden sich hier einen ganzen Tag lang von 5 Uhr morgens bis 17 Uhr ablösen, um die Sohle in einem Stück gießen zu können. 48 Tonnen Stahl braucht die Baufirma Höft für das Korsett des alten Kayser’s Hof (Ex-Sunny), das komplett entkernt wird: Alle Decken sind vom Schwamm befallen und kommen raus; damit das Haus dann nicht einstürzt, bekommt es ein Stahlkorsett. Die Fassaden werden saniert, „über die Farben beraten wir noch“, so Hanna Höft.

Aus den ursprünglich geplanten sechs Stadthäusern am Herrenstall verbleiben drei; das sind die von Kay-Uwe Jensen in den 90ern gebauten Häuser. Das „Columbus“ hingegen wird in das Hotel integriert, das jetzt 70 Zimmer haben wird. Das Eckhaus Schiffbrücke/Herrenstall, das ins Wanken gekommen ist, wurde bis auf das Erdgeschoss abgerissen und wird im Original wieder aufgebaut. Die Baulücke hingegen wird mit einem modernen Neubau gefüllt, der den Eingangsbereich des Hotels aufnehmen wird.

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