FÖJ : Flensburgs schönste Radschleichwege

Auf zur Schleichwegetour: Sarah Böhm (Mitte) mit ihren Begleitern gestern Morgen an der Hafenspitze, im Hintergrund mit Helm der aDFC-Vorsitzende Jens Thiesen.
Auf zur Schleichwegetour: Sarah Böhm (Mitte) mit ihren Begleitern gestern Morgen an der Hafenspitze, im Hintergrund mit Helm der aDFC-Vorsitzende Jens Thiesen.

Sarah Böhm kümmerte sich ein Jahr lang für Stadt und ADFC und Radfahrer – und hat ein paar Verbesserungsvorschläge für die Stadtplaner.

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14. Juli 2014, 07:40 Uhr

In gut zwei Wochen ist für Sarah Böhm Schluss in Flensburg. Dann will Flensburgs erste Absolventin eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) zum Umweltstudium nach Freiburg. Im September wird sie nochmal wiederkommen und Flensburgs ersten Bus- und Fahrradstadtplan vorstellen, an dem sie in diesem Jahr gearbeitet hat. Auf ihrer letzten Radtour hat die junge Frau gestern auf 35 Kilometern durch die Stadt ihre Lieblingsschleichwege vorgestellt – und auf Tageblatt-Anfrage ein paar Verbesserungsvorschläge für Fahrradstrecken in Flensburg gemacht.

Ob Osbektalweg, Engelsbyer Weg oder die gesamte Strecke durch das Lautrupsbachtal: „Es gibt in Flensburg ganz tolle Wege“, sagt Sarah Böhm. Manchmal muss man nur um eine Kurve und ssteht im Grünen.“ Böhm ist am Fuß der Fränkischen Alb aufgewachsen. Für sie ist Flensburg zunächst einfach „eine schöne Stadt am Meer“. Nur die Berge ... Das seien Urstromtäler, die sich unter den bis zu 350 Meter dicken Gletschern der Eiszeit bildeten, erklärt ihr ein Mitfahrer.


Bärlauch am Lautrupsbach


Von der Straße Mühlenholz biegt die Gruppe ins Lautrupsbachtal ein, das zu Böhms absoluten Favoriten zählt. Dort gibt die Radlerin ein Geheimnis preis: In der Nähe des Tunnels unter der Bismarckbrücke könne man im Frühjahr ganz wunderbares Bärlauch pflücken – mitten in der Stadt. Nicht nur wegen des Namens ist auch der Lustgartenweg zwischen Adelbyer Kirchenweg und Adelbyer Straße einer von Böhms Lieblingspfaden: „Den Weg habe ich auf der Karte gefunden, und das ist ein wirklich cooler Weg.“

Im vergangenen Jahr habe sie die Wahl gehabt – Wattenmeer oder Flensburg, und die Förde vorgezogen: „Das ist ein Super-Job – Fahrradfahren“, sagt sie und lächelt.

Jens Thiesen, Vorsitzender des Fahrrad-Clubs ADFC, hat den Eindruck, dass sich mehr tut für Radfahrer in Flensburg. Die Stelle der Radplanerin im Rathaus sei entfristet, die nächste FÖJ-Stelle ist schon besetzt. Warum dann bei neuen Radwegen im Kreuzungsbereich die Kantsteine nur zur Hälfte abgesenkt würden? Das habe ihm das technische Betriebszentrum mal damit begründet, dass es sonst an diesen Stellen im Winter zu Glatteisproblemen komme.

Und welche Vorschläge hat Sarah Böhm nach einem Jahr und etlichen tausend Fahrradkilometern durch Flensburg? Die Stadt solle die Busspur auf der Schleswiger Straße zwischen Bahnhofsbrücke und Brauerei für Radler freigeben: Dann komme man den Fußgängern weniger in die Quere. Außerdem schlägt sie in der Südstadt eine Verbindung vom Carl-Benz-Weg zur Straße Rude vor, damit Radler eine Alternative zur Schleswiger Straße hätten. Und drittens: In der Innenstadt finde sie die Verkehrsführung zwischen Norderhofenden, Zob und Süderhofenden schwierig, nicht nur während der Karstadt-Baustelle. „Das liegt aber auch daran, wie die Leute sich verhalten.“

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