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Stadtwerke : Flensburgs Netze bleiben in verschiedenen Händen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadtwerke verabschieden sich von den Render-Plänen und legen den Fokus auf Ausbau des Glasfasernetzes.

Flensburg | Das Thema hat für mehr Unruhe gesorgt als allen Akteuren lieb war: „Alle Netze in einer Hand“ ist die Devise, für die Stadtwerke-Chef Maik Render seit rund zwei Jahren im Rathaus wirbt. Klar, dass es seine Hand sein sollte beziehungsweise die der Stadtwerke. Doch diese Strategie hat der Flensburger Versorger jetzt ad acta gelegt. Sie stößt auf zu viele Widerstände und ist derzeit politisch nicht durchsetzbar.

Den Plan, das gesamte Abwassernetz samt Klärwerk und den entsprechenden Mitarbeitern vom TBZ (Technisches Betriebszentrum) zu den Stadtwerken zu verlagern, stieß vor allem bei der Belegschaft des TBZ und bei Teilen der Politik auf Ablehnung und Protest. Render zeigte Verständnis dafür, dass Veränderung auch Unsicherheit mit sich bringe und räumte ein, dass die Übernahme der Entwässerung durch die Stadtwerke Kosten verursacht hätte.

„Die Zeit ist noch nicht reif“, zitierte er den Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzenden, Rolf Helgert. Man habe die Entscheidung in Absprache mit den drei großen Ratsfraktionen von CDU, SPD und SSW getroffen, die die Netze-Strategie unterstützt haben. „Es macht keinen Sinn, weiter mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen.“

Render verfolgte mit dem Netze-Plan vor allem zwei Ziele: Ein besseres Management öffentlicher Baustellen – also eine bessere Koordination, wenn die Straßen der Stadt für unterschiedliche Leitungen aufgerissen werden, Vermeidung von zu starken Behinderungen im Verkehr. Zudem versprachen sich die Stadtwerke Vorteile bei ihrem Bestreben, in der gesamten Stadt ein Glasfasernetz für superschnellen Datentransport zu etablieren; die Kabel hätten dann in neuen Abwasserrohren gleich mit verlegt werden können.

Beide Ziele werden die Stadtwerke in Absprache mit dem TBZ auch weiterhin verfolgen, verspricht Render. Den Fokus werde man vor allem auf das Thema Datenleitungsnetz legen. 430 Kilometer Glasfaserkabel haben die Stadtwerke schon, ein Teil davon stammt noch aus den Gründerjahren von Flensburgs erster privater Telefongesellschaft KomTel, die damals aus den Stadtwerken hervorgegangen war. 50 Industriekunden seien schon am Netz, private Kunden gebe es schon in Wees und im Neubaugebiet Nörrmark in Harrislee. Die Stadtwerke stellen dabei nur das Netz; die Inhalte wie Fernsehen, Telefon und Internet kommen vom Flensburger Anbieter MR Net. Render ist sich sicher, dass der Bedarf für große Bandbreiten im Datennetz stark wachsen wird. Die Endgeräte mit Vierfach-HD-Bildqualität seien bereits verfügbar, die Anbieter werden nachziehen. Durch die Veränderung des TV-Verhaltens – weg von festen Programmen, hin zu Filmen aus dem Internet und Inhalten aus Mediatheken – werden die Datenmengen enorm steigen. Das, so Renders Überzeugung, gehe nur mit Glasfaserkabeln. Der Ausbau werde 2016 ein Schwerpunkt bei den Stadtwerken – neben der Inbetriebnahme des 125 Millionen Euro teuren neuen Gaskessels.

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erstellt am 26.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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