220 Jahre Bergmühle : Flensburgs letzte Windmühle feiert runden Geburtstag

 Erstrahlt im alten Glanz: Die Bergmühle ist Flensburgs einzige mahlfähige Mühle. Foto: staudt
Erstrahlt im alten Glanz: Die Bergmühle ist Flensburgs einzige mahlfähige Mühle. Foto: staudt

Zum 220-jährigen Jubiläum präsentiert sich die Bergmühle am Pfingstmontag mit buntem Rahmenprogramm

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23. Mai 2012, 06:11 Uhr

Flensburg | Franz Mahner ist sich sicher: "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gewinnen." Das sagt er mit Blick auf die Bergmühle, in dessen Verein Mahner einer der Engagiertesten ist. Die Bergmühle wird dieses Jahr 220 Jahre alt - und hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

Seit 1792 hat sie über 50 Mühlen in der Stadt kommen und gehen sehen - 30 Wind- und 24 Wassermühlen. Zur Blütezeit, um 1850, schmückten über 19 Mühlen gleichzeitig das Stadtbild. Nur zwei sind übrig geblieben: die marode Johannismühle an der Kappelner Straße und die Bergmühle, deren Schicksal im letzten Jahrhundert fast besiegelt schien.

Zum Glück kam es anders: Als Mahner 1981 im Flensburger Tageblatt las, dass das Objekt langsam verfällt, habe sein Herz geblutet. Kurz entschlossen rief er den "Verein zur Erhaltung der Bergmühle" mit ins Leben.

Mit Erfolg: Heute ist der einstöckige Galerieholländer Flensburgs einzige erhaltene und mahlfähige Mühle. "Es bringt unheimlich viel Spaß und die Technik ist faszinierend", sagt 2. Vorsitzender Mahner. Leider sei es jedoch "eine teure Kiste Bier", das Objekt zu erhalten. Zum Beispiel seien die Segel der Mühle vor zwei Jahren für 4000 Euro erneuert worden.

Laufend fielen kleine Reparaturen an, für die das Geld knapp wird - nicht das einzige Problem: Nachwuchssorgen plagen den Verein. "Wir sind in die Jahre gekommen", beklagt Mahner. Händeringend suchen er und der erste Vorsitzende Heiko Schleppegrell deshalb junge Mitglieder, die körperlich belastbar sind. Interessierte können sich jeden letzten Dienstagabend im Monat (19 Uhr) vor Ort über die Vereinsarbeit informieren. Zudem öffnet die Bergmühle zum 19. Deutschen Mühlentag zwischen 11 und 17 Uhr ihre Türen.

Mahner hofft auf gute Windverhältnisse. "Dann können wir den Mahlvorgang im Windbetrieb zeigen." Notfalls setzt ein Hilfsmotor die Segelflügel in Gang.

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