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Schleichwege : Flensburgs gut versteckte Allee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem Spaziergang mit Ökonom Thomas Friedrich vom Campus durch die Johannisallee Richtung Innenstadt kann man allerlei erfahren.

Viele Wege führen in die Flensburger Innenstadt. Doch welche wählen Fußgänger und Radfahrer, wenn sie dorthin gelangen wollen? Die Tageblatt-Redaktion hat sich auf die Suche gemacht und einige Verbindungen ausprobiert. Heute: Durch die Johannisallee vom Campus zum Südermarkt.

Für die einen ist es der direkteste Fußweg von der Flens-Arena in die Innenstadt, für andere ist es Flensburg am besten versteckte Allee: die Johannisallee zwischen Campusallee und Johannistreppe. Für Thomas Friedrich wiederum, Diplom-Ökonom und Dozent an der Fachhochschule, ist es gar keine Allee. Seine These: „Das ist der alte Johannisweg.“ Bevor die Bahn die Gleise bis Peelwatt für Bahnbetrieb und Kiel-Strecke aushob, sei der Johannisweg direkt mit der Valentiner Allee, dem Promenadenweg um den großen Mühlenteich (vgl. Serie Schleichwege vom 6. Mai) verbunden gewesen.

Treff- und Startpunkt für den Spaziergang ist das südliche Ende der Campusteiche, wo immer Enten und Schwäne, manchmal Reiher und Bussarde und ganz selten der Eisvogel zu sehen ist. Thomas Friedrich hat eine Katasterkarte von 1880:
„Die jetzige Kanzleistraße hieß ab Löhmannschule stadtauswärts Johannisweg“, zeigt er stolz und dann bescheibt er einen Schlenk über den Munketoft bis zur Teichstraße: „Auch Johannisweg!“

Doch jetzt wird erstmal gelaufen: Es geht parellel zur Straße Munketoft Richtung Fachhochschule, wo Friedrich sein Büro hat. Nach dem Überqueren der Campusallee zur Flens-Arena weist hier erstmals ein Straßenschild die Campusallee aus. Thomas Friedrich ist in Flensburg als Erfinder des ersten Plastik-Enten-Rennens Anfang der 90er Jahre bekannt. Für diesen Spaziergang ist er der perfekte Experte: Wenige Meter vom Start der Johannisallee entfernt geht er nicht nur seiner Dozententätigkeit nach. Als praktizierender Kleingärtner in der Kolonie St. Johannis ist er Besitzer des weit und breit größten Gewächshauses einer Flensburger Schrebergartenkolonie. 240 Quadratmeter misst sein grünes Reich – und dass Sturm Christian es im Oktober verschonte, verdankt er der Geistesgegenwart seines Gartennachbarn, der die Türen öffnete und damit die Seitenwände rettete.

Von der Campusallee bis zum Friedrich-Gewächshaus sind es nur 300 Meter und ein Schwenk nach links, wo die Stadt das Kleingartengelände teils an die Bahn, teils an die St. Johannis-Gemeinde verpachtet hat. Friedrich stellt noch eine interessante Frage, da man hier historisch auf Sünderuper Gebiet vor der Stadtgrenze steht: „Ob der Johannisweg nach St. Johannis zu Flensburg oder St. Johannis zu Adelby benannt ist?“

Der Weg auf der Johannisallee Richtung Stadt ist hier zum Teil noch mit alten Feldsteinen begrenzt: „Das ist die historische Kanzleistraße“, sagt Friedrich. Ein Eintrag in Dieter Pusts Buch zu Flensburgs Straßennamen stützt dies: „Der Straßenzug entsprich der Kanzleistraße vor ihrem Ausbau zu Erschließung des FH-Geländes in den 80er Jahren“, steht dort.

Am Munketoft endet die Johannisallee nur scheinbar. Nach dem Überqueren der Kanzleistraße muss man 20 Meter den Munketoft weiter hinab. Dann führt ein Pfad rechts nach oben zur großen FAB-Baustelle und auf der Johannisallee wieder hinab Richtung St. Knudsborg, wo heute noch regelmäßig die Brüder der Knudsgilde tagen. Nach dem Queren des Hillig-Water-Gangs geht es am Fuß des Löhmannschulbergs zum Sandberg. Hier endet die Johannisallee an der Johannistreppe. Über Ballestieg, Heinrich- und Viktoriastraße findet der Wanderer zur Angelburger Straße und zum Südermarkt. Praktisch für Thomas Friedrich: Hier ist er gleich zu Hause.

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