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Flensburger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 03:12 Uhr

Nachtführung : Flensburgs gesammelte Mysterien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwischen Friedhof und Spiegelgrotte: Mit Gästeführer Knut Franck auf der dunklen Seite der Fördestadt.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2015 | 11:18 Uhr

„Was sie heute zu hören und zu sehen bekommen, ist nur ein Bruchteil der unwahrscheinlich spannenden, aber auch hoch komplizierten Geschichte Flensburgs“, leitet der Gästeführer Knut Franck eine zweistündige Nachtführung am Nordermarkt ein. Es ist genau 17 Uhr, es beginnt zu dämmern. Der Gästeführer nimmt eine Taschenlampe heraus. Im Schein des Kunstlichts erfährt man interessante und mysteriöse Fakten aus der Flensburger Vergangenheit.

Bundsenkapelle, Mumiengrotte, Idstedt-Löwe und Spiegelgrotte. Das alles kommt aber später auf dem Führungsplan. Die Wanderung beginnt neben der Marienkirche und geht vom ehemaligen Friedhof zum Friedhof. Das klingt ein bisschen traurig, aber das ist auch ein Teil der Geschichte. Man erfährt, warum es früher ein Beerdigungsverbot in der Stadt gab und wie der erste kommunale Friedhof in Norddeutschland entstand. Ohne Freimaurer und die damals reichste Familie Flensburgs, Familie Christiansen, konnte das nicht passieren.

Es wird um die ersten Katholiken und Kirchen, Architekten und berühmte Gebäude gehen. Darunter auch die, die im Heimatschutzstil gebaut wurden. Wenn man die Beispiele selbst finden möchte, muss man die Gebäude mit der relativ zurückhaltenden Fassade aus heimischen Baumaterialien suchen, und zwar aus Backstein. Es ist bemerkenswert, dass es an der Flensburger Förde über 70 Ziegeleien gab.

Zahllose Anekdoten, Paradoxe und Rätsel sind in die Führung eingebunden. Warum der alte Friedhof die Form einer Mumie hat? Wieso die Mumiengrotte eigentlich keine Mumiengrotte mit einem Sarkophag darin ist? Und warum ist die Familie Christiansen die einzige, die eine Gruft auf dem gesamten alten Friedhof hat? Das besondere Geheimnis ist das Gebäude, das eine gewisse Berühmtheit in Europa genießt – die Spiegelgrotte. Europaweit gibt es keinen vergleichbaren Raum, trotzdem bleibt die Grotte ein Mysterium. Es gibt keine Unterlagen darüber, wann sie gebaut wurde. Man kann nur vermuten, dass das achteckige Zimmer mit fünf Spiegeln der Selbsterkenntnis, der Meditation diente.

Es gibt nur drei Führungen solcher Art im Laufe dieses Jahres. Mehr über Flensburger Mysterien kann man am 26. November und 9. Dezember erfahren. Und Taschenlampe nicht vergessen!

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