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Wählergemeinschaft "Flensburg wählen" : Flensburgs bunte Liste

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Die Initiative "Flensburg wählen" will eine Nahverkehrsumlage - und eine Klimapartnerschaft mit der Südsee.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 08:11 Uhr

Flensburg | Die Nachrichten der jüngsten politischen Kraft erreichen die Öffentlichkeit über eine E-Mail-Adresse mit dem Stichwort "Kiribati". Kiribati? Der gleichnamigen pazifischen Inselgruppe mit rund 100 000 Menschen droht durch den klimabedingten Meeresspiegelanstieg der Untergang. Deshalb strebt die Wählergemeinschaft "Flensburg wählen" eine Klima-Partnerschaft Flensburgs mit dem Südseestaat Kiribati an.

An neuen und ungewöhnlichen Ideen fehlt es den Newcomern um ihren Vorsitzenden, den Arzt Karsten Kuhls, nicht. Ein weiteres davon: der fahrscheinlose ÖPNV. Die Stadtbusse sollen nach der Idee der neuen Initiative durch eine Umlage aller Bürger finanziert werden. Modelle dafür gebe es in Estland (Tallinn) und Belgien (Hasselt). Eine solche Nahverkehrsabgabe existiere ja im Prinzip auf dem Campus bereits: "Studierende zahlen 40 Euro pro Semester, unabhängig davon, ob sie den Bus nutzen oder nicht", erklärt Kuhls. Auch Gewerbetreibende hätten Vorteile davon, sagt Ayhan Özkan, auf Platz 5 der Liste: "Wir wollen diese Stadt voranbringen", erklärt er. Und für die Energiewende will sich die Wählergemeinschaft stark machen. Fachmann auf diesem Gebiet ist Christoph Mahnke (Listenplatz 7) von der Energiegenossenschaft. Er setzt auf hausgemachten Wasserstoff aus Windenergie: "Flensburg muss die Bundeshauptstadt der erneuerbaren Energien werden."

Neben einer ungewöhnlichen Programmatik demon striert die neue Initiative auch ein ungewöhnlich großes Selbstbewusstsein: "Als Ausdruck unserer Entschlossenheit, in den folgenden fünf Jahren die Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt übernehmen zu wollen, haben wir 25 ListenkandidatInnen aufgestellt, 60 Prozent davon Frauen, um als einzige neue und unverbrauchte Kraft in der zukünftigen Ratsversammlung bei einem entsprechenden Wahlergebnis eine eigene Mehrheit stellen zu können", erklärte Kuhls unmittelbar nach der Wahlausschusssitzung. Außerdem betont die Initiative, dass sie keine parteipolitischen Interessen vertrete, dass sie von den Ärzten gegen den Atomkrieg sowie von den Globalisierungskritikern von Attac unterstützt werde - was bei Attac aber nicht alle so sehen.

Insgesamt hat die neue Wählergemeinschaft eine Liste zusammengestellt, die viele Minderheiten integrieren soll. Auf Platz zwei steht eine Griechin, die Schneiderin Anna Dimitrou Kouvatsidou aus der Nordstadt, auf Platz 3 steht mit Sergej Titajeff ein Journalist russischer Herkunft, auf Platz 5 der Produktionstechniker Ayhan Özkan aus der Neustadt. Und noch eine bekannte Flensburgerin findet sich auf der Liste von "Flensburg wählen" - auf Platz 18 kandidiert Regina Ryl von den Flensburger Gaben.

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