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Erneuerbare Energien : Flensburger Wasserstoff-Initiative: Nach der Tankstelle werden Fahrer gesucht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Förde-Park kann man bis zum Wochenende die einzigen serienmäßigen H2-Fahrzeuge bestaunen.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 10:16 Uhr

Die beiden bislang einzigen serienmäßigen Wasserstoffautos der Welt sind noch bis zum Wochenende im Förde-Park zu bestaunen – Mirail von Toyota und und I-Cell von Hyundai.

Nach Flensburg geholt hat sie der umtriebige Verein „Erneuerbare Energien und Speicher“ (EES). Der Vorsitzende Peter Helms, der den Wagen am Dienstagabend bei schwierigen Wetterbedingungen nach Flensburg gefahren hat, schwärmt: „Regen, Sturm, Dunkelheit, die vielen Baustellen auf der A 7 und Staus – und trotzdem war es ein so angenehmes, leises Fahren mit allem Komfort.“

Der Verein EES hat bereits im Sommer vom Berliner Lobbyverband H2-Mobility die Zusage bekommen, dass bis zum kommenden Herbst am unmittelbaren Stadtrand von Flensburg eine der ersten 100 Wasserstoff-(H2)-Tankstellen in Deutschland aufgebaut wird. „Bei Shell an der B199 in Handewitt wird eine Säule vorbereitet.“ Es wird womöglich nicht die erste sein: Die Firma Energie des Nordens um den Windmüller Reinhard Christiansen plant eine weitere schon in der ersten Jahreshälfte in Haurup. „Was wir jetzt brauchen, sind Autos, die Wasserstoff tanken können“, sagt Helms und meint Interessierte, die bereit sind, einen Wagen zu kaufen oder zu leasen. Bislang gibt es bundesweit höchstens 400 zugelassene Wasserstoffautos.

Am Mittwoch, 8. November, lädt sein Verein EES alle Interessierten um 19 Uhr ins Borgerforeningen. Neben Firmen und Privatleuten setzt Helms auch auf die Bürgermeister der Region. Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, die den Hyundai ix35 schon im Januar vier Tage probefuhr, hat mehrfach wiederholt, dass sie sich, wenn die Infrastruktur steht, im kommenden Jahr auch einen Dienstwagen mit Wasserstoffbrennstoffzelle vorstellen kann.

Wireg-Chef Michael Otten sieht im Wasserstoffauto echte Chancen für die Region: „Wir reden immer darüber, dass wir hier erneuerbare Energie im Überfluss haben und wie wir sie nach Bayern transportieren. Wir sollten lieber Möglichkeiten suchen, die grüne Energie selber zu nutzen.“

Dabei sieht Otten Wasserstoff- und Elektroauto nicht als Gegner, sondern als Ergänzung: „Bei längeren Strecken macht es Sinn, aufgrund der größeren Reichweite auf Wasserstoff zu setzen, im Stadtverkehr hat E-Mobilität vielleicht Vorteile.“ Potenzial sieht Otten auch im Transportgewerbe. Schließlich sei die deutsch-dänische Region um Pattburg und Handewitt Logistikdrehscheibe.

So eine Möglichkeit ist, Windstrom über Elektrolyse, in Wasserstoff umzuwandeln. Helms berichtet, dass an der Westküste auch zwei Tankstellen geplant sind – in Niebüll und in Husum. Und auf der Strecke dazwischen sollen mit der Firma GP Joule drei Elektrolyseure entstehen. Helms: „Ich habe mit den Leuten von GP-Joule schon gesprochen, dass wir aus der Linie Niebüll – Husum auch ein Dreieck Niebüll – Husum – Flensburg machen könnten.“

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