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Flensburger Tafel : Flensburger Tafel fast an ihrer Kapazitätsgrenze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Flüchtlinge in der Stadt stellen die Betreiber vor neue Herausforderungen.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Angesichts der deutlich steigenden Flüchtlingszahlen in der Stadt stößt die Flensburger Tafel an ihre Grenzen. Das erklärte Klaus Grebbin von der Flensburger Tafel an der Waldstraße gestern anlässlich des Besuchs der Kieler Finanzministerin Monika Heinold von den Grünen.

Der Tafelchef berichtete, dass die rund 60 überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel mit ihren Angeboten rund 2100 bedürftige Familien und damit deutlich über 6000 Menschen erreicht. Grebbin hatte die Einrichtung erst vor zwei Jahren in schwierigen Zeiten übernommen.

In Folge der steigenden Flüchtlingszahlen kommen immer mehr Geflohene zur Tafel. Waren es 2013 noch nur rund 80, ist die Zahl heute auf fast 500 gestiegen. Zu Beginn seiner Arbeit habe er noch gesagt: „Mit mir wird es keinen Aufnahmestopp geben.“ Aber in letzter Zeit komme die Tafel an ihre Kapazitätsgrenze.

Die Angebote der Tafel für die Bedürftigen sind vielfältig. Zum einen gibt es die Warenausgabe, bei der die Kunden zwei Euro pro Einkauf zahlen. Zum anderen wird mit der Suppenküche drei Mal pro Woche frisch zubereitetes warmes Mittagessen bereitgestellt. Zudem gibt es einen Kleiderbasar, Hausaufgabenbetreuung und einen kostenlosen Friseur.

Häufig falle es Menschen am Anfang schwer, in der Tafel einzukaufen. „Viele schämen sich“, weiß Grebbin. „Aber ich sage ihnen dann, dass das hier ein ganz normaler Tante-Emma-Laden ist. Hier sind die Preise nur etwas niedriger. Es ist ja nicht ihre Schuld, dass ich ein schlechter Kaufmann bin“, versucht er die Menschen zu ermutigen.

Das Engagement der vielen Ehrenamtler in der Tafel endet hier jedoch nicht. Sie veranstalten in Zusammenarbeit mit der Waldschule auch eine Kinderküche, in der Drittklässlern gezeigt wird, dass man mit wenig Geld sehr leckeres Essen selbst zubereiten kann. Dazu bringen die Kinder alte Familienrezepte mit, die nicht nur ausprobiert, sondern auch in einem Kochbuch für die Kinder zusammengestellt werden.

Die Helfer in der Tafel sind teilweise selbst auf Sozialleistungen angewiesen. Mitarbeiterin Maike Andresen sagt: „Ich bin selbst Leistungsempfängerin und möchte gerne etwas zurückgeben.“

 

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