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Technologiezentrum der Wireg : Flensburger Start-ups auf Abwegen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erfolgreiche IT-Firmen verlassen das Technologiezentrum an der Lise-Meitner-Straße – und werden wie andere zuvor in Weding fündig

Das Flensburger Technologiezentrum, größte Schmiede in der Region für aufstrebende Start-ups, Programmierer und IT-Unternehmen, hat mit den Messtechnik-Experten von Nextragen Solutions ein groß gewordenes Unternehmen aus der Lise-Meitner-Straße entlassen. Gemeinsam mit den Marketing- und Vertriebsexperten von Viakom Solutions (16 Beschäftigte) ziehen damit 34 international tätige Fachleute an einen neuen Standort. Was für die beiden Unternehmen und ihre Führung um Benjamin Kolbe (Nextragen Solutions) und Matthias Damerow (Viakom) nur ein Umzug in eine perfekt passende Immobilie wenige hundert Meter hinter der Stadtgrenze ist, bedeutet für die Stadt erneut den Wegzug eines interessanten Unternehmens aus Flensburg – und schon wieder ins Wedinger Gewerbegebiet Heideland, wo mit Beyersdorf und bald der Queisser-Pharma-Logistik-Abteilung bereits größere Flensburger Traditionsbetriebe fündig wurden. Nextragen, die als internationaler Marktführer von Messtechniklösungen für den Mittelstand gelten, ist als Mieter in das frühere Trixie-Gebäude gezogen.

Für das zuletzt aus allen Nähten platzende Flensburger Technologiezentrum ist der Auszug auch eine Chance: „Wir können jetzt wieder neue Start-ups aufnehmen“, sagt Barbara Asmussen, Leiterin des Technologiezentrums und Prokuristin der Wirtschaftsförderung Wireg. „Das Technologiezentrum war für uns wichtig, weil wir viel Flexibilität hatten, zum Beispiel ausreichend Besprechungs- und Schulungsräume“, sagt Benjamin Kolbe. Jetzt müssten Fragen geklärt werden bis hin zu: Wer macht die WC sauber?

Nextragen war 2009 als ganz kleine Messtechniktruppe für die Telekom aus der Fachhochschule gestartet: „Wir wollen das Start-up-Feeling jetzt loswerden“, sagt Kolbe. Komplexe Messtechnik aus der Cloud für den Mittelstand heißt das Geschäft im Jahr 2017. Dabei wird vornehmlich die Qualität der Sprache bei der Internettelefonie gemessen: „Wenn der Bäcker um die Ecke Probleme mit der Sprache hat, kann er unseren Report aus der Cloud nutzen“, sagt Kolbe. Die Dienste nutzen aber auch große Konzerne wie Vodafone, Rewe oder Datev. Dabei befördern aktuelle Entwicklungen das Geschäft der Flensburg-Handewitter: „Die ISDN-Kündigungen bis 2019 betreffen jeden“, sagt Viakom-Chef Matthias Damerow. Neben dem Vertriebs- und Marketing-Knowhow ist vor allem das Netzwerk das Viakom-Kapital. Damerow kennt sowohl Versatel als auch Vodafone und Arcor von innen.

Das Technologiezentrum zählt derzeit 47 Unternehmen und 22 mit flexiblen Büros im neuen „Co-Working-Space“ (2016: 42 Firmen und 21 Co-Worker). Gut die Hälfte arbeitete in Angewandter oder Medieninformatik. Wichtigster „Zulieferer“ für den IT- und Programmierer-Schwerpunkt Flensburg – die Hochschule mit rund 1000 Informatik-Studenten.

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erstellt am 07.Jul.2017 | 05:35 Uhr

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