zur Navigation springen

Lyrik in Flensburg : Flensburger präsentiert seinen ersten Gedichtband

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Endlose Weite“: Levin Peters beschreibt eigene Erlebnisse / Drei Verlage reagierten positiv

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2016 | 07:00 Uhr

Bis vor einem halben Jahr wusste fast niemand in seinem Bekanntenkreis, dass er seine Gedanken und Gefühle auf Papier festhält – jetzt hat Levin Peters seinen eigenen Gedichtband herausgebracht und kann sein kreatives Schreibtalent nicht länger unter der Decke halten. „Endlose Weite“ ist seine erste Veröffentlichung und enthält 45 Gedichte von hellen und dunklen Stunden seines Lebens.

Seit er 16 Jahre alt ist, schreibt Levin Peters Gedichte. Ein eher ungewöhnliches Alter, um sich lyrisch zu betätigen. Inzwischen ist er Mitte 20 und im Grenzhandel tätig. Wie kam es dazu, dass ein Junge mitten im Teenager-Alter Gedichte schreibt? „Das frage ich mich selbst auch“, sagt Levin lachend. „Ich habe mich einfach mal hingesetzt und geschrieben. Mein erstes Thema war Freundschaft, was einen Jungen halt so beschäftigt.“

In der Schule hatte er weniger Spaß am Schreiben, egal ob Gedichte oder Aufsätze, denn die Themen waren immer vorgeschrieben. Zu wenig Platz, um kreativ zu sein. Zum Schreiben seiner Gedichte braucht Peters vor allem Ruhe und Zeit, in der er ganz für sich ist. Tatsächlich wollte der junge Dichter jahrelang nicht von seinen Gedichten erzählen. Zu unsicher war er, ob die Texte gut genug für ein richtiges Publikum wären. Doch seine Freundin hat ihm den Rücken gestärkt und ihm Mut gemacht.

Ein kleiner Anstoß und Peters’ zuvor geheimes Künstlerleben wurde auf den Kopf gestellt. Seine Familie und Freunde freuen sich sehr über seinen Erfolg und sind stolz auf sein Talent. Doch komisch sei es schon für ihn, dass jetzt jeder seine einst privaten Verse liest und über Gedanken Bescheid weiß, von denen er zuvor nie etwas erzählt hat.

In seinen Texten verarbeitet er Erlebnisse und Gedanken, egal ob traurig oder fröhlich. Er überlegt längere Zeit, und wenn ihm das Ergebnis gefällt, dann kommt es auf’s Papier. Es haben sich schon so viele Gedichte angesammelt, dass er aufgehört hat zu zählen. Peters schreibt über den Alltag, wie in einem Tagebuch. „Das Ganze ist für mich wie eine Art Therapie“, meint er.

Die Gedichte sammelt er in einer großen schwarzen Mappe. Die hat er an vier Verlage geschickt. Von dreien hat er eine positive Rückmeldung bekommen und sich schließlich nach einem persönlichen Gespräch für den Karin Fischer Verlag entschieden (Deutscher Lyrik Verlag). Dieses Jahr hat sich der junge Autor aus Flensburg sogar auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert.

„Es haben schon viele gefragt, ob ich mal meine Gedichte vortragen würde. Aber da steht eine gewisse Schüchternheit davor. Vielleicht würde ich das nach zwei Gläschen Schnaps machen“, überlegt Levin.

Er möchte vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen – wie seine Freunde. Schmunzelnd gibt er zu, dass Gedichte wohl eher etwas für ältere Leute und Frauen seien. Aber das müsse ja nicht immer so sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen