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Märtens und Ultratroc auf Hannover Messe : Flensburger präsentieren sich der Welt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionale Unternehmen kehren zufrieden von der Hannover-Messe zurück. Sie wollen den Export ihrer Produkte steigern.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2017 | 12:23 Uhr

Mit mehr als 6500 Ausstellern ist die gerade beendete Hannover-Messe die weltweit größte Industrieschau. In diesem Jahr kamen 75 000 Besucher aus dem Ausland – mehr denn je. Aussteller aus unserer Region hoffen, dass sie durch neue internationale Kontakte ihren Export steigern können.

„Wir haben erstmals auf der Hannover-Messe ausgestellt, vor allem, um neue Geschäftsbeziehungen ins Ausland zu knüpfen. Die Tage liefen sehr vielversprechend. Mal sehen, was am Ende für uns an Aufträgen herauskommt“, sagt Oliver Carstensen, Regionalvertriebsleiter bei der Märtens Transportbänder GmbH. Das Flensburger Unternehmen stellt Transportbänder aus verschiedenen Materialien her, vor allem für die Lebensmittelindustrie. Neue Auslandsmärkte sind nicht zuletzt wegen der sinkenden Nachfrage aus Russland und der Türkei von Bedeutung. „Das sind für uns wichtige Exportländer, die dortige Wirtschaftskrise wirkt sich negativ aus. Wir versuchen, das durch verstärkte Kontakte nach Südamerika und in den Nahen Osten zu kompensieren“, sagt Carstensen. Mit Sorge blickt er auf die Entwicklungen in den USA und Großbritannien. „Noch merken wir keine negativen Folgen der veränderten Wirtschaftspolitik in den beiden Ländern. Im September präsentieren wir unsere Produkte in den USA auf einer Fachmesse, das wird sehr spannend“, so Carstensen.

Nach seinen Angaben ist Märtens bei den Metallförderbändern einer von weltweit nur drei Herstellern. Diese aus Edelstahl gefertigten Bänder können bei Temperaturen bis zu 1200 Grad eingesetzt werden und damit auch zum Beispiel für die Glasindustrie von Interesse sein. „Wir haben die Messe genutzt, um neue Branchen auf uns aufmerksam zu machen“, so Carstensen. 80 Mitarbeiter erwirtschafteten 2016 einen Umsatz von rund zehn Millionen Euro, die Hälfte davon entfällt auf den Export. Für 2017 erwartet Carstensen ein Umsatzplus.

„Die Stimmung war gut, die Kunden sind investitionsbereit. Die Hannover-Messe ist für uns die beste Messe, denn dort erreicht man mehr Publikum als auf Fachmessen. Auffällig ist in diesem Jahr jedoch die geringe Zahl von Besuchern aus den USA“, sagt Patrick Dolz, der für die CS Instruments GmbH aus Harrislee in der Niederlassung in Südafrika arbeitet. In Harrislee (25 Beschäftigte) sowie im Schwarzwald (30 Beschäftigte) stellt das Unternehmen Messtechnik für Druckluft und Gase her, mit der unter anderem Taupunkt, Verbrauch und Leckagen ermittelt werden können. Eingesetzt werden die Geräte in Krankenhäusern sowie der Pharma- und Automobilindustrie. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 15 Millionen Euro, Tendenz steigend.

Die Ultratroc GmbH aus Flensburg war seit 20 Jahren erstmals wieder auf der Hannover-Messe mit einem Stand vertreten. Lange war Ultratroc Teil eines US-Konzerns. Seit einigen Jahren wird es als unabhängiges Familienunternehmen geführt, das Kälte- und Drucklufttrockner herstellt. Mit dieser Technik soll die bei der Produktion eingesetzte Druckluft trocken, ölfrei und sauber bleiben. Zu den Kunden zählen die Automobil- und die Glasindustrie. „Der große Zuspruch vor allem von Besuchern aus Asien hat mich positiv überrascht. Es gibt eine Tendenz, direkt beim Hersteller zu kaufen, das ist gut für uns“, freut sich Geschäftsführer Jan Weiner, Chef von 40 Beschäftigten.

Er präsentierte in Hannover zwei neue Baureihen, die er auch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bei dessen Messerundgang vorstellte. „Bei der Produktentwicklung brauchen kleine Mittelständler wie wir Unterstützung. Meyer war sehr an unserer Technik interessiert, wir werden im Gespräch bleiben“, sagt Weiner, der ein positives Messefazit zieht. 60 Prozent des Umsatzes von zuletzt 6,5 Millionen Euro entfällt auf den Export. Weiner: „Made in Germany steht im Ausland für Qualität und genießt eine hohe Wertschätzung. In Russland allerdings ist derzeit kein Geld vorhanden, Projekte werden immer wieder verschoben. Und in der Türkei, von wo wir immer gute Aufträge her bekamen, liegt seit dem Putschversuch alles auf Eis.“

Die USA ist für deutsche Unternehmen der wichtigste Exportmarkt (2016: 107 Milliarden Euro), gefolgt von Frankreich (101 Milliarden Euro) und Großbritannien (86 Milliarden Euro). Die wirtschaftliche Bedeutung der Türkei (22 Milliarden Euro, Platz 15) und Russlands (21,5 Milliarden Euro, Platz 16) ist deutlich geringer.

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