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Freie Stelle von Henrik Becker-Christensen : Flensburger Posse: Dänemark sucht neuen Generalkonsul jetzt per Annonce

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Verwirrspiel um das dänische Generalkonsulat geht weiter. Das Außenministerium hat eine Stellenanzeige geschaltet.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 14:46 Uhr

Flensburg/Kopenhagen | Sind Sie Däne? Interessieren Sie sich für die dänische Minderheit und Grenzlandfragen? Kennen Sie Deutschland und haben ein relevantes Netzwerk? Sprechen sie Dänisch, Deutsch und Englisch? Dann können sie sich jetzt darum bewerben, dänischer Generalkonsul in Flensburg und Chef von drei Mitarbeitern zu werden.

Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hat nur noch fünf Monate Zeit, die Stelle zu besetzen: Er steht bei sich selbst im Wort, zum 1. September eine Neubesetzung für den Stuhl des dänischen Generalkonsuls zu präsentieren.

In einer Stellenanzeige sucht das Außenministerium jetzt nach einem Nachfolger für den geschassten Henrik Becker-Christensen. Der soll im September abtreten und Platz für einen Nachfolger machen. Zwar würde er gern weitermachen, er gilt als kompetent und in der dänischen Minderheit – für die er zuvorderst zuständig ist – ist er sehr populär. Doch er wurde zum Spielball von Machtinteressen.

Das Außenministerium lockt jetzt mit einem Fünfjahres-Vertrag und möglicher Verlängerung, einer Dienstwohnung in Flensburg und einer Besoldung für Quereinsteiger mindestens in Lohngruppe 1 für Chefs im öffentlichen Dienst – das entspricht mindestens 45.268 Kronen (mehr als 6000 Euro) im Monat plus zahlreichen Zusatzleistungen.

Foto: Screenshot https://candidate.hr-manager.net

Die Posse nahm Ende 2016 ihren Lauf

Es sollte eigentlich ein versöhnlicher Abschied aus der Regierung werden, ein goldener Abschluss einer Politikerlaufbahn, als Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) Ende vergangenen Jahres verkündete, dass sein Parteifreund Bertel Haarder aus der Regierung ausscheiden und den Posten als dänischer Generalkonsul in Flensburg übernehmen werde.

Doch Løkke hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Als Bertel Haarder, seines Zeichens Dänemarks dienstältester Minister aller Zeiten, erfuhr, dass Henrik Becker-Christensen seinetwegen aus dem Amt gejagt werden sollte, machte er, der aus Randershof an auf der nordschleswigschen Seite der Flensburger Förde stammt, einen Rückzieher.

„Ich war davon ausgegangen, dass der angebotene Posten eine Neubesetzung war. Ich brenne für die Minderheiten und habe alle Voraussetzungen dafür, sie sichtbar zu machen und für sie zu arbeiten. Aber der Posten ist besetzt und ich will mich nicht aufdrängen“, so Haarder damals.

Nach diversen Gerüchten über mögliche andere Kandidaten, darunter die Venstre-Abgeordnete und ehemalige Ministerin Eva Kjer Hansen aus Apenrade, sucht das Außenministerium nun also in einer öffentlichen Ausschreibung nach einem Nachfolger. Die Bewerbungsfrist ist der 5. Juni.

Hier ist die Anzeige zu sehen.

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