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Wrangelstraße : Flensburger Jugendheim: Leiter verklagen Ministerium

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schlagabtausch im Streit um das Flensburger Jugendheim: Das Betreiber-Ehepaar fordert die Betriebsgenehmigung zurück.

Flensburg | Nach der Schließung einer Flensburger Jugendhilfeeinrichtung in der Wrangelstraße wegen des Verdachts auf Drogenmissbrauch am Freitag kämpfen die Heimleiter Rolf Nagel und Rita Petersen-Nagel für ihre Einrichtung. Montagnachmittag reichte das Ehepaar beim Verwaltungsgericht in Schleswig eine Klage gegen das Sozialministerium des Landes, vertreten durch das Landesjugendamt, ein.

Nach den Vorwürfen gegen die Einrichtungen des Friesenhofs stehen Jugendheime für Mädchen im Fokus - Beobachter befürchten, dass das Landesjugendamt dadurch übertrieben reagierte.

Mit der Klage sind drei Forderungen verbunden:

  • die Aufhebung der Schließung des Heims,
  • die gerichtliche Anordnung für die Betriebsgenehmigung des Standorts Langballig,
  • und die beiden Verfügungen vom 3. und 4. März sollen vollständig aufgehoben werden. „Darin wird uns eine weitere Aufnahme von Kindern und Jugendlichen mit sofortiger Wirkung untersagt und ein Zwangsgeld angedroht“, stellt Rolf Nagel fest. Außerdem werde darauf hingewiesen, dass eine Inbetriebnahme des Standortes Langballig ohne Genehmigung nicht statthaft sei.

In einem offenen Brief beschwert sich Nagel laut NDR außerdem über die Mitarbeiter des Jugendamtes. Dabei geht es um eine örtliche Prüfung Mitte Februar: „Die bereits psychisch instabilen Mädchen wurden massiv verängstigt, bedrängt und sollten negative Aussagen zu Protokoll geben“, so der Betreiber. Das Sozialministerium bestreitet das.

Wurden in dem Jugendheim Drogen gefunden?

Rolf Nagel erklärte gegenüber dem Flensburger Tageblatt zu den Vorfällen, dass eine Bewohnerin Fotos mit einem weißen Pulver gemacht habe und diese der Polizei zukommen ließ. Das Mädchen habe sich Nagel zufolge dafür rächen wollen, dass sie als einzige nicht mit in die neue Einrichtung in Langballig umziehen durfte. Dafür sollten die anderen Bewohnerinnen büßen. Vier der zehn Bewohnerinnen bestätigten dem Schleswig-Holstein Magazin, dass bei der Durchsuchung mit Spürhunden Verpackungen der Droge Speed gefunden worden seien.

Polizeisprecherin Franziska Jurga widersprach dem im  Flensburger Tageblatt. In der Einrichtung seien keine Drogen, aber „Utensilien“ gefunden wurden. Der Polizei liegt Jurga zufolge eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor, den Heimleitern jedoch nicht, wie Rolf Nagel am Montag versicherte. Er betont, dass man in jeder Jugendhilfeeinrichtung, die so auf den Kopf gestellt wird, Substanzen finden würde, die gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen. Demnach müssten alle Einrichtungen geschlossen werden, sagt er. Selbst Haschisch falle unter das Betäubungsmittelgesetz. Nagel fügt hinzu, dass es noch ausstehe, um was es sich in welcher Menge handelt.

Jurga und Nagel zufolge haben sich ehemalige Bewohner gemeldet und positiv über die Einrichtung gesprochen. Ein Ehemaliger habe der Polizei mitgeteilt, dass er in der Einrichtung nichts Auffälliges festgestellt hat.

Am Donnerstagmorgen informiert Sozialministerin Kristin Alheit in einer Sondersitzung des Sozialausschusses über die Vorfälle.

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erstellt am 08.Mär.2016 | 06:48 Uhr

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