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Vorsicht, Blitzer! : Flensburger Jahrmarkt-Besucher in der Radarfalle

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Polizei und Ordnungsamt sind in diesen Tagen in Flensburg besonders aktiv. In einer neuen Tempo-30-Zone nehmen sie Geschwindigkeitsmessungen in beide Richtungen vor.

Flensburg | Christian Fliege* hat es eilig. Mit seinem flotten Polo zieht er stadtauswärts am Deutschen Haus vorbei. Ziel: Citti Park, dringende Besorgungen dulden keinen Aufschub. Es ist kurz vor 14 Uhr. Dann stockt die Fahrt. Es regnet Bindfäden und eine Autoschlange schwimmt über die Schützenkuhle an der Exe entlang. Christian Fliege schwimmt mit. Sein Blick wandert hinüber zum Jahrmarkt, wo langsam Leben einkehrt.

Dann ist es schon passiert. Der junge Mann registriert aus den Augenwinkeln, wie sein Vordermann von einem Blitz erfasst wird. Dann auch er. „Ich habe es noch wahrgenommen, da war es aber schon zu spät.“ Es habe förmlich in Serie geblitzt“, sagt der Flensburger. „Und man hatte den Eindruck, die ganze Karawane wurde von der Kamera erfasst.“

Das ungeliebte Aufnahmegerät ist gut getarnt. Es steckt im Heck des berühmt-berüchtigten blauen Opel Astra, der sich unauffällig unter die am rechten Seitenrand parkenden Autos gemischt hat. Doch das Fahrzeug wechselt auch seine Position. Gern steht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite und erfasst die Autos, die in Richtung City unterwegs sind.

Und das nicht zu knapp. „1602 Verstöße haben wir während des Frühjahrsmarktes 2013 festgestellt“, bestätigt Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf. Beim Herbstmarkt waren es 400 weniger, die zu forsch aufs Gaspedal getreten hatten. Eine Goldgrube, die reichlich Einnahmen in die Stadtkasse spült.

Die beeindruckenden Zahlen speisen sich einzig und allein aus der Tatsache, dass im Bereich um den Markt jedes Jahr eine Zone 30 eingerichtet wird. Das Tempolimit wird ab 14 Uhr wirksam – also dann, wenn der Jahrmarkt seine Pforten öffnet. Vielen Autofahrern, besonders denen, die von außerhalb kommen, wird das zu spät bewusst.

Gleichwohl ist die Maßnahme mit mehreren Schildern angekündigt. „Wir machen das natürlich nicht, um die Leute zu ärgern“, versichert Teschendorf. Man sei schlicht für die Sicherheit der Bürger verantwortlich, habe eine Fürsorgepflicht. „Viele Menschen wandern zu dieser Zeit über die Fahrbahn, wenn sie aus ihren parkenden Autos kommen.“ Darunter Alkoholisierte oder leichtsinnige Jugendliche – ein erhebliches Gefahrenpotenzial. „Wenn was passiert“, so Teschendorf, „heißt es wieder, die Stadt habe sich nicht gekümmert.“

In der Tat kümmert sich die Stadt intensiv. Denn es blitzt nicht nur aus allen Lagen, sondern es hagelt auch rund um den Frühlingsmarkt – Knöllchen nämlich. Polizei und Ordnungsamt verteilen großzügig Tickets an Falschparker. Und sie können auf einen riesigen Fundus zurückgreifen. Die ohnehin lärmgeplagten Anwohner, die sonst ihre Autos auf der Exe abstellen, wissen oft nicht, wohin. Sie gehen angesichts der verhängten Strafen regelmäßig auf die Palme.

Für die Besucher des Jahrmarkts gilt das Gleiche. Oft sind sie nicht bereit, längere Wege in Kauf zu nehmen. Und müssen zahlen. Doch auch die Knöllchenflut kann die Stadt begründen. „Regelmäßig sind Bürgersteige, Behindertenplätze oder Feuerwehrzufahrten zugeparkt“, sagt Teschendorf. Dem müsse man Einhalt gebieten. Sein nett gemeinter Hinweis: Der ruhende Verkehr werde nur in den Nachmittagsstunden kontrolliert.

Und das wird auch so bleiben, ebenso wie regelmäßige Geschwindigkeitsmessungen. „Sollten die Verstöße langsam zurückgehen“, kündigt Teschendorf an, „werden wir überlegen, die Kontrollen nicht mehr so engmaschig durchzuführen.“

Christian Fliege wartet nun auf seinen Bußgeldescheid. Noch hofft er, es sei noch nicht 14 Uhr gewesen, als er erwischt wurde. Doch das ist Wunschdenken. Es wird für ihn vermutlich teuer werden. Wenn er mit 46 Stundenkilometern unterwegs war, darf er 35 Euro berappen. „Das alles“, sagt der Verkehrssünder, „ärgert mich maßlos.“ Das nächste Mal will er achtsamer sein. Fliege hat seine Lektion gelernt.

*Name von der Redaktion geändert

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