zur Navigation springen

Bahnhofsumfeld : Flensburger Fahrschule bremst Baupläne aus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Inhaber der Fahrschule Simonsen will das Gelände an der Bahnhofstraße nicht an den Flensburger Selbsthilfebauverein verkaufen. Der Wettbewerb wird dennoch ausgelobt.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 07:35 Uhr

Flensburg | In der Bestandsaufnahme ist es ein „störendes Nebengebäude“, das für eine „erhebliche Beeinträchtigung des Straßen- und Ortsbildes“ sorgt. Für Frank Rzepka-Neumann ist es der optimale Standort für die größte Fahrschule der Region. Der Inhaber der Fahrschule Simonsen, seit Jahrzehnten unter der Adresse Bahnhofstraße 21 zu Hause, denkt gar nicht daran, sich ein neues Domizil zu suchen. Doch damit blockiert er beziehungsweise der Eigentümer des Grundstücks die Fortsetzung der Erneuerung des Bahnhofsviertels in der nördlichen Bahnhofstraße.

„Wir würden gern die geplante Entwicklung der Bahnhofstraße zusammen mit dem Selbsthilfebauverein als Investor umsetzen“, kommentierte Helmut Pagel, Chef der Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS), die aktuelle Situation. Ohne das Grundstück Bahnhofstraße 21, das  Hans-Martin Simonsen gehört, bliebe diese Entwicklung jedoch Stückwerk. Die Bahnhofstraße soll in ihrem gesamten Verlauf erneuert und damit attraktiver werden, um so nicht zuletzt den Bahnhof besser an die Innenstadt anzubinden. Dies soll vor allem durch eine Bebauung der Straßenränder geschehen. Für den Abschnitt zwischen Munketoft und Helenenallee, der hierzu den Auftakt bildet, sind rund 150 Meter an der Bahnhofstraße und etwa 70 Meter an der Helenenallee betroffen. Der Selbsthilfebauverein (SBV), der direkt um die Ecke einen Neubau auf dem Grundstück der früheren Schokoladenfabrik errichtet hat, ist bereits im Besitz des direkt daneben liegenden Eckhauses Bahnhofstraße 23 – und würde gern das Grundstück der Fahrschule erwerben, um dort ebenfalls Wohnbebauung zu errichten.

„Wir haben die Verhandlungen mit Herrn Simonsen beendet“, bestätigte SBV-Vorstand Jürgen Möller. „Die Vorstellungen waren zu weit voneinander entfernt.“ Damit meint Möller den Preis. Simonsen, der am Montag nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, hatte vor nicht allzu langer Zeit ein offenbar sehr attraktives Angebot der Einzelhandelskette „Kaufland“ vorliegen, die auf dem Grundstück einen Markt errichten wollte. Doch dies hat die Stadt damals mit Blick auf die Einzelhandelsstruktur des Viertels abgelehnt (wir berichteten). Konsequenz: Simonsen konnte das Grundstück nicht an Kaufland veräußern, doch das Angebot stand im Raum. „Damit hat er uns konfrontiert“, berichtet Möller, ohne eine Zahl zu nennen. „Das ist jedoch mit Wohnbebauung nicht machbar. Dann müssten wir hier Mieten nehmen, die in Flensburg keiner bezahlt.“

„Wir hoffen auf ein Umdenken bei Herrn Simonsen“, sagt Helmut Pagel. Den städtebaulichen Wettbewerb für die Blockrandbebauung an der Bahnhofstraße werde man auf jeden Fall im September ausloben; er gehe davon aus, dass im Frühjahr 2015 ein Ergebnis vorliegt. Erst dann wird der SBV mit der Neubebauung des Eckgrundstückes Bahnhofstraße/Munketoft beginnen. Auch sei man bereit, bei der Bebauung des Grundstücks Bahnhofstraße/Helenenallee eine neue Kindertagesstätte zu integrieren, wenn dies von der Stadt gewünscht wird. Denn die dort vorhandenen KiTa Schwedenheim muss dem Bauprojekt ebenfalls weichen und verlagert werden.

Zum Projekt Bahnhofsumfeld gehört der gesamte Bereich zwischen Deutschem Haus und Bahnhof, von der Schleswiger Straße bis an den Hang des Sandbergs.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen