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Gastronomie an der Hafenspitze : Flensburger Beach-Club: Mitarbeiter warten auf Lohn

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Flensburger Gastronom soll 19 ehemaligen Mitarbeitern Beträge im fünfstelligen Bereich schulden. Am Montag verhandelt das Arbeitsgericht.

Flensburg | Die Saison hat noch nicht begonnen, da gibt es schon Ärger um den Beach-Club. Ehemalige Mitarbeiter fühlen sich um ihren verdienten Lohn gebracht. Es soll sich um ausstehende Beträge aus dem abgelaufenen Jahr von über 10.000 Euro handeln, die zwischen August und Oktober aufgelaufen seien. In einem Fall geht es um etwa 3000 Euro, die ein ehemaliger Angestellter vor dem Arbeitsgericht einklagt. Insgesamt 19 junge Leute, die im Service, in der Küche oder am Tresen gearbeitet haben, sollen betroffen sein; sie haben sich juristischen Beistand gesucht, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Einer von ihnen ist Jesper Hoeg. Der 27-Jährige ist schwer enttäuscht vom Geschäftsgebaren seines ehemaligen Chefs Rolf Sommer, Inhaber und Geschäftsführer der Förde-Betriebs-GmbH, die derzeit den Winter-Beach auf der Wasserterrasse des Restaurants Bellevue betreibt. 784 Euro habe er im Oktober verdient, doch erst viel später zwei Abschlagszahlungen à 200 Euro erhalten. „Ich musste wie alle anderen meinem Geld hinterher laufen.“ Das sei so weit gegangen, dass er sich im Dezember etwas habe leihen müssen, um seiner Familie Weihnachtsgeschenke kaufen zu können. „Ich bin auch deshalb so wütend“, sagt Jesper, „weil wir in Zwölf- bis 16-Stunden-Schichten gebuckelt haben wie die Blöden.“ Aber immer, wenn es um Geld ging, habe Sommer sich in Ausreden geflüchtet.

Das kann Marie Büchler nur bestätigen. Lohnzahlungen, sagt sie, habe es üblicherweise zu Beginn des folgenden Monats gegeben. Anfangs sei alles reibungslos gelaufen. „Der Laden brummte, wir hatten den besten Chef, stets hilfsbereit.“ In einem frühen Stadium gingen Rolf Sommer und sein Kompagnon Thorsten Thiesen getrennte Wege. „Die Zahlungen“, schildert Marie die Wende, „verzögerten sich nun immer weiter – bis sie schließlich ganz eingestellt wurden.“ Anfang Dezember sei man zu einem klärenden Gespräch zusammengekommen – es sei eine schriftliche Vereinbarung getroffen worden, dass bis Heiligabend erste Abschlagszahlungen erfolgen sollten, der Rest in der 1. Kalenderwoche 2015. „Das Versprechen hat er nicht eingehalten und anschließend alle Anrufe komplett verweigert.“ Jonathan Mallek, der in Flensburg studiert und ebenfalls auf sein Geld wartet, ergänzt: „Es war für uns alle völlig unerklärlich, weil das Geschäft offenbar gut lief.“ Marie: „Sogar eine Feier mit Champagner hat es deswegen gegeben.“

Rechtsanwältin Martina Mardini-Müther bestätigte am Mittwoch gegenüber dem Flensburger Tageblatt, dass sie stellvertretend für alle anderen Betroffenen den ehemaligen Mitarbeiter des Lokals vertrete, der Klage erhoben habe. „Es geht um einen existenziell bedeutsamen Betrag für meinen Mandanten.“ Die Verhandlung sei für den Montag anberaumt.

Nach Informationen unserer Zeitung soll eine aus Vertretern von Politik und Verwaltung bestehende Arbeitsgruppe eine Empfehlung abgegeben haben, nach der die Förde-Betriebs-GmbH erneut den Zuschlag erhalten solle. TBZ-Sprecher Ralf Leese: „Wir rechnen mit einer endgültigen Entscheidung in der nächsten Woche.“ Die ehemaligen Mitarbeiter des Beach-Clubs reiben sich verwundert die Augen: „Wie erhält jemand eine Konzession, der seine Crew nicht bezahlen kann?“ Rolf Sommer war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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erstellt am 26.Feb.2015 | 08:15 Uhr

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