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Gastronomie an der Hafenspitze : Flensburger Beach-Club: Erst Mitarbeiter nicht bezahlt, jetzt in der Insolvenz

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Förde-Betriebs GmbH ist zahlungsunfähig. Eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung erarbeitet eine Empfehlung für die diesjährige Vergabe.

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Was viele geahnt oder auch befürchtet hatten, ist seit Mittwoch Gewissheit: Die Förde-Betriebs GmbH ist insolvent. Sie wird durch Geschäftsführer Rolf Sommer vertreten, der im vergangenen Jahr den Beach-Club an der Hafenspitze bewirtschaftet hat und auch für diese Saison favorisiert war. Das Verfahren ist beim Flensburger Amtsgericht eröffnet worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Wolfgang Folger von der Kanzlei Ehler, Ermer & Partner bestellt.

Spannende Frage: Wie geht es jetzt weiter? Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Planungsausschusses, des Fachbereiches Entwicklung und Innovation, der Ordnungsbehörde, des Technischen Betriebszentrums (TBZ) und dem Vorsitzenden des TBZ-Verwaltungsrates, brütet derzeit über einer neuen Empfehlung. „Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse wird man an der vorgesehenen Planung wohl nicht festhalten können“, sagte gestern TBZ-Sprecher Ralf Leese auf Anfrage.

So wird vermutlich der „Zweitplatzierte“ unter ursprünglich sieben Bewerbern zum Zuge kommen. Die neue Empfehlung will die Arbeitsgruppe dem TBZ-Verwaltungsrat am 18. März zur Entscheidung vorlegen. Leese betonte noch einmal, dass es nicht Sache des TBZ sei, im Zuge der Sondernutzungserlaubnis aufkommende Gerüchte, wie etwa vorhandene Außenstände eines Kandidaten, auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Werthaltigkeit zu überprüfen. „Das obliegt der Ordnungs- und Gewerbeabteilung der Stadt Flensburg.“

Unterdessen muss Rechtsanwältin Martina Mardini-Müther, die einen der ehemaligen Beach-Club-Mitarbeiter juristisch vertritt und weiteren Geschädigten, die auf ihren Lohn aus der letzten Saison warten, beratend zur Seite steht, neue Überlegungen anstellen. Denn Rolf Sommer, mit dem sie und ihr Mandant bereits einen Termin vor dem Arbeitsgericht hatten, ist nicht länger entscheidungsbefugt, was die Förde-Betriebs GmbH betrifft. Als Vermögensverwalter tritt nunmehr Wolfgang Folger in Erscheinung, der gestern verhindert war und keine Auskünfte zur Sache machen konnte.

Auch Rolf Sommer äußert sich nicht. Er steht weiterhin in der Kritik seiner ehemaligen Mitarbeiter, die enttäuscht und wütend sind. Das gilt auch für seinen Auftritt vor dem Arbeitsgericht am Montag, bei dem von einer Insolvenz nicht einmal im Ansatz die Rede war. „Dabei muss er es da schon gewusst haben. Er wollte offenbar nur Zeit gewinnen“, sagt ein ehemaliger Angestellter. „Sein Verhalten war in der Tat unredlich“, urteilt Martina Mardini-Müther. Sie prüft nun den unter Umständen greifenden Straftatbestand der Insolvenzverschleppung; weiterhin wird sie klären, ob der Geschäftsmann persönlich in Regress genommen werden kann. „Er hätte“, sagt sie, „das Insolvenzverfahren viel früher beantragen müssen.“

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