Nach Schnee-Chaos : Flensburger ärgern sich über nicht abgeholte Mülltonnen

Überquellende Restmüllbehälter: Wie hier in der Friesischen Straße, gab die Stadt in den letzten Tagen ein wenig einladendes Bild ab.
Überquellende Restmüllbehälter: Wie hier in der Friesischen Straße, gab die Stadt in den letzten Tagen ein wenig einladendes Bild ab.

Das TBZ verspricht nach turbulenten Tagen ab Montag wieder eine geregelte Leerung. Die Bürger fürchten Ratten.

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10. März 2018, 06:39 Uhr

Flensburg | Erst Schnee und Eis, dann der Streik und jetzt der Ärger. Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums haben es dieser Tage nicht leicht.  Der arg beanspruchte Winterdienst hatte sich zunächst gegen Vorwürfe wegen nicht geräumter Straßen zur Wehr setzen und sich anschließend mit Beschwerden von Hauseigentümern über eigene Kontrollen herumschlagen müssen.

Wegekontrolleure hatten mehrere hundert Hinweiszettel verteilt und in über 40 Fällen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unterlassener Räumung eingeleitet. Das hier mit unterschiedlichem Maßstab gemessen worden sei, gefiel nicht jedem.

Jetzt ist es die Müllabfuhr, die in der Kritik steht. Anfang des Monats konnte schneebedingt keine Müllabfuhr durchgeführt werden, die vorgesehene Leerung entfiel an zwei Tagen komplett. Doch noch immer sind nicht alle Abfalltonnen geleert. Am Straßenrand reihten und reihen sich zum Teil immer noch dick bepackte Tonnen auf, zum Teil umgestürzt, behindern Fußgänger und den Verkehr. Auch weil die Aufforderung des TBZ oftmals nicht erhört wurde, die Behälter wieder zurückzustellen. „Denn es gibt keine Ersatzleerung“, so die Ansage.

Die Sache mit den Ratten

Wer Pech hat, muss also zwei Wochen auf eine Leerung warten. Hans-Jürgen Mumm, Anwohner aus der Kreuzkoppel in Tarup, beschwerte sich telefonisch. Ihm sei daraufhin gesagt worden, er solle seinen überfälligen Müll in einen Sack packen und vor die Tür stellen. „Mit dieser Aussage habe ich ein Problem“, sagt der Gebühren zahler. „Was ist, wenn dadurch Krähen und Ratten angelockt werden?“ Er verstehe nicht, warum das TBZ nicht eine Sonderschicht einlegen könne.

TBZ-Sprecher Geoffrey Warlies empfiehlt auf Nachfrage, in Bereichen, in denen ein Tierbefall das Zustellen von Säcken erschwere, die Säcke erst am Tag vor der voraussichtlichen Leerung herauszustellen oder anderweitig sicherzustellen, dass keine Tiere an die Säcke kommen. „Wir bitten für diese einmalige Situation um Verständnis, auch für unsere Mitarbeiter waren die letzten zwei Wochen eine Herausforderung und erhebliche Belastung.“

Seit Montag ist die Leerung wieder aufgenommen worden, allerdings sei es, räumt der TBZ-Sprecher ein, auch hier durch die Wetterbedingungen und den Streik im öffentlichen Dienst zu Einschränkungen gekommen. „Einzelne Straßen- beziehungsweise Straßenabschnitte konnten daher in dieser Woche nicht entleert werden.“ Für Extraschichten sei leider kein Freiraum vorhanden gewesen.

Welche Stadtteile sind besonders beeinträchtigt? Warlies: „Es ist nicht möglich, eine Aussage zu machen, wie viele Straßen oder Tonnen dies genau betroffen hat.“  Ab der kommenden Woche soll wieder eine komplette Regelleerung durchgeführt werden. „Allerdings“, muss Warlies einschränken, „sind aufgrund der nach wie vor bestehenden wetterbedingten Schwierigkeiten voraussichtlich noch immer keine Nachholungen möglich.“

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