Stadtplanung : Flensburg: Zwei „schmale Hemden“ fusionieren

Hell und modern soll der Neubau aussehen.
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Hell und modern soll der Neubau in der Flensburger Fußgängerzone aussehen.

Sie gehören wohl zu den schmalsten Gebäuden Flensburgs: Die Häuser Holm 44 und 46 – ehemals Fröbelhaus und Stempel Kahle – sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Wer diesen mietet, steht allerdings noch nicht fest.

shz.de von
15. November 2013, 07:39 Uhr

Flensburg | Sie dürften zu den schmalsten Häusern Flensburgs zählen. Und nach ihrer „Fusion“ sind sie mit zusammen 7,36 Meter immer noch nicht wirklich breit. Die Häuser Holm 44 und 46 sind in Flensburg jedoch nicht nur als „schmale Hemden“, sondern vor allem für ihre jahrzehntelange Nutzung durch zwei Geschäfte bekannt: Fröbelhaus (Nr. 44) und Stempel Kahle (Nr. 46). Ein Investor möchte jetzt beide Häuser abreißen und durch ein einziges, moderneres ersetzen.

Und das wird er aller Voraussicht nach auch dürfen. Zwar hat der Planungsausschuss auf seiner jüngsten Sitzung das Projekt auf die übliche vierwöchige Ehrenrunde geschickt; in dieser Zeit kann sich der Bürger im Internet informieren und gegebenenfalls Einwände vorbringen. Doch der zuständige Ausschuss wird wohl am 10. Dezember Grünes Licht für Abriss und Neubau geben.

Seit fünf Jahren schon plant der Eigentümer, die beiden vierstöckigen Häuser zu entfernen und durch ein neues zu ersetzen. 2008 wurde schon eine Bauvoranfrage gestellt, danach ist allerdings eine Zeit lang nicht mehr viel passiert. Doch jetzt soll es losgehen: Im Juni und im August hat sich der Gestaltungsbeirat den Entwurf der Architekten Holt und Nicolaisen zweimal angeschaut und empfiehlt dem Planungsausschuss jetzt, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

„Die Kleinteiligkeit der Straßenfront bleibt auch nach dem Neubau erhalten“, sagt Architekt Christoph Holt. Die beiden Gebäude, die in der Hand eines Besitzers sind, sind jedes für sich nur schwer wirtschaftlich nutzbar. „Ich find’s schade, dass sie nicht erhalten werden können“, gesteht auf Nachfrage Axel Kohrt (SPD), Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses. Doch er habe Verständnis für das Ansinnen des Investors und geht davon aus, dass das Vorhaben im Dezember durchgewunken wird. Es habe sogar Stimmen gegeben, die sich für ein fünftes Geschoss stark machten, so Kohrt. Doch am Ende bleibt es wohl bei vier – Einzelhandel und gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss, Büros im dritten und vierten Stock. Über künftige Mieter konnte Holt zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. Die beiden Hinterhäuser, die dem Südergraben näher sind als dem Holm, bleiben bestehen.

Das geplante Gebäude wird durch seinen hellen Verblendstein und die Glasflächen ein modernes Erscheinungsbild erhalten und damit in einem Kontrast zur Backsteinfassade des benachbarten Hauses Holm 42 stehen. Im Erdgeschoss ist eine durchgehende, durch Pfeiler-Elemente unterteilte Schaufensterfront vorgesehen.
 

Internet: flensburg. de, aktuelle Bauanfragen

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