Diskussion um Maren Reimann : Flensburg will sich von TBZ-Chefin trennen

Innovativ: Beim Klimapakt war TBZ-Chefin Maren Reiman mit dem Faulgas-Flitzer  dabei - das Klima zwischen TBZ und Rathaus ist zurzeit ziemlich frostig. Foto: Marcus Dewanger
Innovativ: Beim Klimapakt war TBZ-Chefin Maren Reiman mit dem Faulgas-Flitzer dabei - das Klima zwischen TBZ und Rathaus ist zurzeit ziemlich frostig. Foto: Marcus Dewanger

Der Fall scheint dringend: Maren Reimann soll als Geschäftsführerin des Technischen Betriebszentrums Flensburg (TBZ) abberufen werden.

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19. Juni 2013, 10:22 Uhr

Flensburg | Was ist da los im TBZ? In einer außerordentlichen Sitzung muss sich der Verwaltungsrat des Technischen Betriebszentrums auf Antrag der Verwaltung mit einer heiklen Personalie beschäftigen. Es geht um die Zukunft der Geschäftsführerin Maren Reimann. Die Verwaltung will sie gerne loswerden, doch abberufen kann die Geschäftsführung nur der von Ratsmitgliedern bestimmte Verwaltungsrat. Und das scheint nach Informationen des sh:z kein Selbstgänger zu sein.
Die Personalie Reimann wird dort anscheinend sehr kontrovers diskutiert. Und nicht alle der sieben Mitglieder finden es in Ordnung, dass die im Gremium nicht stimmberechtigten Oberbürgermeister Simon Faber und sein Stellvertreter Henning Brüggemann ihnen dieses Ei noch ins Nest gelegt haben. Denn mit der sich am Donnerstag neu konstituierenden Ratsversammlung muss auch ein neuer Verwaltungsrat gewählt werden. Einige Verwaltungsräte sind verärgert. Dieser Druck hätte nicht nötig getan.

Der Fall scheint dringend

Über die Hintergründe zu dieser Personalie wird geflissentlich geschwiegen. Maren Reimann, die seit 1. Juli 2010 an der Spitze des als Anstalt öffentlichen Rechts ausgegliederten TBZ steht, sagt als Betroffene kategorisch nichts. Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf verweist auf die Zuständigkeit des Verwaltungsrates, dessen stellvertretende Vorsitzende Erika Vollmer auf eine Erklärung - nach den entsprechenden Beschlüssen in Verwaltungsrat und Hauptausschuss. Ob die entsprechenden Beschlüsse überhaupt so fallen, wie sich das die Flensburger Verwaltungsspitze vorstellt, bleibt abzuwarten.
Nicht alle der sieben Mitglieder im Gremium teilen die offensichtlich unversöhnliche Position der TBZ-Mutter. In der Vorlage begründet sie die Abberufung mit einer nachhaltigen Störung des Vertrauensverhältnisses. Reimann, deren Vertrag erst zum 1. Juli 2015 ausläuft , muss gemäß Beamtenrecht solange ein gleich besoldete Stelle angeboten werden. Die Stadt will dafür eine Stabsstelle schaffen, die direkt dem Oberbürgermeister unterstellt ist. Die gelernte Ingenieurin wird sich in dieser neuen Stelle mit dem Thema "Bewertung des Sanierungssondervermögens nach doppischen bzw. kaufmänischen Gesichtspunkten" beschäftigen. Ihre Position in der Geschäftsführung des TBZ, heißt es in der Vorlage, soll unverzüglich neu besetzt werden. Der Fall scheint dringend. Geld spielt offensichtlich keine Rolle.

Kein fachliches Problem

Die Suche nach den Gründen führt ins Ungefähre. Wie es heißt, wird Reimann kein fachliches Problem zum Verhängnis. Im Gegenteil. Ihre Professionalität stehe außer Zweifel. Es deutet mehr darauf hin, dass die Ursachen für den radikalen Schnitt im stark subjektiven Kriterien unterworfenen Raum der Kommunikation angesiedelt sind. Speziell mit den mächtigen Fachbereichsleitern Peter Schroeders (Entwicklung und Innovation) und Michael Draeger (Fachbereich städtisches Vermögen) soll es regelmäßig Reibereien gegeben haben.
Kritisch wird auch gesehen, dass Reimann auf den regelmäßigen Besprechungen der Verwaltungsleitung eher selten und oft nur auf ausdrückliche Anordnung teilgenommen habe, das TBZ habe im Chor der Fachbereiche zu oft kontraproduktiv und eigensinnig mitmusiziert. Auf der anderen Seite gab es zur Haushaltsdebatte für den Einzelhaushalt des TBZ ausdrückliche und anerkennende Worte.

Der Verwaltungsrat tritt am Dienstag um 15 Uhr zusammen, anschließend der Hauptausschuss der Stadt. Beide Sitzungen sind nicht öffentlich. Am Mittwoch will sich die Stadt um 16 Uhr in einer Pressekonferenz äußern.

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