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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 03:45 Uhr

Flensburg will Kanalnetz übernehmen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Technisches Betriebszentrum verspricht Glücksburger Bürgern sinkende Gebühren / Entscheidung auf 17. März vertagt

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 11:48 Uhr

Die Politik überlegt, das Entwässerungsnetz an das Technische Betriebszentrum Flensburg abzugeben. Damit würde das TBZ alle Aufgaben der Entwässerung, Satzungsrecht, Entscheidungen aber auch die Tilgungszahlungen abgeben. Vertreter des TBZ stellten ihre Berechnungen im Glücksburger Finanz- und Hauptausschuss vor. Dessen Vorsitzender Timo Petersen vertagte die Abstimmung auf den 17. März.

In der Untersuchung des 62 Kilometer langen Netzes für Ab- und Oberflächenwasser stellte das TBZ einen Sanierungsstau fest und versprach trotz ausstehender Sanierung günstigere Preise.

Die Kanäle seien entsprechend ihres Alters in Ordnung, sagte TBZ-Geschäftsführer Heiko Ewen. Sein kaufmännischer Leiter Hermann Ossowski ergänzte: „Das Netz ist im Gebrauchszustand.“ Die Wertigkeit der Kanäle sei, obwohl in den 80er-Jahren nicht investiert worden sei, durchaus gegeben. 82 Prozent der fünf Kilometer untersuchten Rohre wiesen geringe oder keine Schäden auf. Der Anteil des Fremdwassers sei mit 60 Prozent jedoch hoch (Flensburg 30 Prozent). 310  000 Kubikmeter Frischwasser werden abgerechnet, im Klärwerk kommen bei Jochen Schmidt, Bereichsleiter Entwässerung, aber 500  000 Kubikmeter an.

Trotz nötiger Investitionen in das Netz und technische Anlagen wie Pumpen, stellt Ossowski Preissenkungen in Aussicht. Schmutzwasser koste den Verbraucher seit Anfang des Jahres 4,86 Euro je Kubikmeter. Das TBZ würde bei Übernahme des Netzes auf 4,70 Euro senken. Bei Niederschlagswasser sinke der Betrag von 44 auf 38 Cent je Quadratmeter versiegelter Fläche. „Das ist wegen der Netzgröße möglich.“ Die Flensburger planen, 500  000 bis 600  000 Euro jährlich in den nächsten Jahren zu investieren. Glücksburg hatte die Preise für Schmutz- und Oberflächenwasser erst zum 1. Januar 2015 erhöht: von 4,20 auf 4,86 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser und von 0,32 auf 0,44 Euro pro Quadratmeter (Oberflächenwasser). Die Abrechnung hat das TBZ mit diesem Jahr bereits übernommen.

Vorteile sehen Ewen und Ossowski auch bei der Tilgung der Verbindlichkeiten. Übernehmen die Flensburger die 10,4 Millionen Euro betragenden Kredite bei Nospa, DKB und Investitionsbank, wäre ein zügiger Abtrag in jedem Fall möglich. Statt die Schulden wie geplant bis 2033 zu begleichen, peilen die Flensburger das Jahr 2019 an. Ewen war wichtig zu betonen: „Bei der Übernahme des Netzes entstehen Glücksburg keine Kosten.“ Unabhängig davon, wie die Kredite geregelt würden. Der TBZ-Chef forderte nachdrücklich eine Grundsatzentscheidung Glücksburgs ein, damit an den Plänen weitergearbeitet werden könne. Dass die Entscheidung für Glücksburg nicht einfach sei, verschwieg der Flensburger nicht: „Der Knackpunkt des Ganzen ist, dass Glücksburg die gesamte Entscheidungshoheit über die Entwässerung abgeben wird.“ Widerspruch sei möglich, aber es müsse eine Lösung gefunden werden. Sprich: Am Ende bestimmt das TBZ die Gebühren und Investitionen.

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