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Video über vereiste Gehwege : Flensburg: Wenn der Bürgersteig zur Eisbahn wird

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Festgetretener Schnee verwandelt einige Straßen zu glatten Pisten. Die Räumpflicht gilt nicht nur für das TBZ.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Ein strahlend blauer Himmel und frische Winterluft lockten gestern Menschen an die Hafenpromenade in Sonwik. Doch so viele wie sonst flanierten dort nicht an der Förde entlang. Grund dafür ist der nicht geräumte Weg, der vor allem älteren Menschen zu schaffen macht. Er ist nicht gestreut, der Schnee wurde von den Fußgängern platt getreten und ist bei den eisigen Temperaturen ziemlich rutschig.

 

Ursula Schröder aus Glücksburg hält sich an ihrem Mann fest, als die beiden langsam die Promenade Richtung Norden hochlaufen. Warum dort nichts gemacht wurde, können die beiden nicht nachvollziehen. „Bei uns zu Hause wird auch die Straße geräumt“, sagt Gerd Schröder. Seine Frau fügt hinzu: „Wir selbst können nicht mehr streuen, wir haben es deshalb abgegeben.“Problematisch sei die Eiskruste, die sich auf den Wegen gebildet hat, erklärt Ralf, Sprecher des Technischen Betriebszentrums (TBZ). Diese sei durch den Schnee entstanden, der nicht weggeschoben worden sei. Hinzu kommt, dass der festgetretene Schnee über den Tag taut und gegen Abend wieder anfriert. Dann wird ein Bürgersteig schnell zur Eisbahn.

Henning Blieffert (75) ist gerade von einem Urlaub aus dem sonnigen Fernost zurück in den Winter geflogen. „Ich fühle mich hier eigentlich nicht unsicher“, sagt er, „es ist ja überwiegend gut geräumt.“ Und wo das nicht der Fall sei, „auch kein Problem“, da der Schnee festgetreten sei. Man solle das Thema nicht überbewerten, findet der Skandinavien-Fan. Dänen oder Norweger würden darüber nur müde lächeln. „Und schließlich leben wir im Norden.“ Ähnlich sieht es Dieter Groher (58): „In der Regel reicht es doch aus, wenn gut gestreut ist.“ Dass aber Grundstückseigentümer auch die Radewege räumen müssten, sei ihm nicht bekannt.

Bettina Badura wohnt an der Heinrich-Schuldt-Straße. „Hier haben fast alle private Räumdienste beauftragt, deshalb sieht es bei uns ganz gut aus“, meint die 46-Jährige. Hausbesitzer allerdings, die nicht das Geld dafür ausgeben wollten oder könnten, würden nur ungern selbst Hand anlegen. Bärbel Hagenau (69) fühlt sich, weil der Bürgersteig oft ein unwegsames Terrain sei, zu oft auf die Fahrbahn gedrängt. „Und da ist es erst recht glatt!“ Spiegelglatt ist es auch auf der Bahnhofsbrücke an der Schleswiger Straße, an der Kappelner Straße sowie auf Teilen der Wege an Förde- und Mürwiker Straße.

Gut sieht es dagegen im öffentlichen Bereich aus. Sowohl die Post als auch das Rathaus und den Bahnhof können die Bürger betreten, ohne sich dafür mit Spikes ausrüsten zu müssen. Die Zugangswege dahin sind frei. Leese stellt klar, dass sich seine Mitarbeiter hauptsächlich um die Straßen kümmern. Sind diese geräumt, kommen Geh- und Radwege dran. Dass auch mal ein Weg nicht von Schnee und Glätte befreit ist, schließt er nicht aus. „Wir können nicht überall sein“, sagt er. Für die Gehwege sind außerdem die Eigentümer der anliegenden Grundstücke verantwortlich. Diese müssen Leese zufolge nicht nur die eigene Zufahrt, sondern auch Bürgersteig und Radweg räumen und streuen.

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