Flensburg wächst - Fördestadt plant 400 neue Wohnungen

Bauen im Zwischenraum: Hier, zwischen den Hochhäusern,  plant die Stadt Flensburg den Bebauungsplan 'Rode Möhl'. Foto: Dewanger
Bauen im Zwischenraum: Hier, zwischen den Hochhäusern, plant die Stadt Flensburg den Bebauungsplan "Rode Möhl". Foto: Dewanger

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01. Dezember 2011, 03:59 Uhr

flensburg | Die Stadt Flensburg wächst. Bis 2025 könnte die Einwohnerzahl auf über 94000 Menschen wachsen. Dieses Wachstum ist jedoch nur mit neuen Wohnungen und Häusern möglich. Deshalb hat die Stadt am Dienstag rund 400 neue Wohneinheiten auf den Weg gebracht - an sechs verschiedenen Stellen in der Stadt.

Dabei ist ein klarer Paradigmenwechsel festzustellen. Die Zeit der großflächigen Einfamilienhaus-Gebiete auf der grünen Wiese ist vorbei - fast. Unter den sechs Planungsvorhaben sind fünf für Geschosswohnungsbau vorgesehen. Nur im Osten der Stadt, im Bereich Kauslund, sollen zwischen dem Neubaugebiet Kauslund-Osterfeld und dem Östlichen Sternenviertel noch einmal 30 neue Einfamilienhäuser entstehen. Dafür würden große Teile der landwirtschaftlichen Fläche und der offenen Grünfläche entfallen.

In Weiche könnten südöstlich des Alten Husumer Wegs unmittelbar am Stadtrand auf heutigen Kleingartenflächen rund 65 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen. Die dortigen Kleingärten unterliegen nicht dem Kleingartengesetz. Die Bahn als Eigentümerin eines Teils der Fläche habe erklärt, dass sie die Kleingartenfläche aufgeben und für eine Wohnbebauung vermarkten möchte.

Bis zu 80 neue Wohneinheiten kann sich die Flensburger Stadtplanung auf einem Teil des früheren Storno-/Motorola-Geländes an der Eckener-Straße vorstellen. Hier ist bereits ein großes Fabrikgebäude abgerissen worden, ein weiteres wird gerade umgebaut für den neuen zentralen Standort des Jugendaufbauwerks (JAW). Eine Bebauung mit mehrgeschossigen Wohnhäusern muss auf die Hangsituation und auf den benachbarten Sportplatz Rücksicht nehmen.

Eine klassische "Nachverdichtung" plant die Stadt auf der Rude. Hier sollen Freiflächen zwischen den Hochhäusern im Quartier zwischen Tegelbarg, Rude und Lundweg mit neuen Häusern bebaut werden. Dies werde möglich durch neue Abstandsregeln der Landesbauordnung, heißt es in der Vorlage. Bis zu 70 Wohnungen könnten hier entstehen. Auf dem Campus nimmt die Stadt die letzte noch zu bebauende Freifläche ins Visier. An der Thomas-Fincke-Straße, zwischen Studentenwohnheim und Campusbad, war vor über zehn Jahren eine Fläche für den "Mediencampus" reserviert worden. Die Pläne wurden nie umgesetzt, der Platz wurde als provisorischer Parkplatz genutzt.

Auch wenn die Stadt Flensburg mit diesen Plänen auf Studenten als mögliche Mieter abzielt, sei hier nicht an ein Wohnheim gedacht, sondern an ein allgemeines Wohngebiet. Mit bis zu 150 Wohneinheiten ist dies das größte der neuen Wohnbauflächen.

Last but not least hat der Planungsausschuss noch eine Erweiterung eines Wohnheims für Behinderte am Sender (Stadtteil Jürgensby) auf den Weg gebracht. Fünf der sechs Planvorhaben wurden beschlossen, die Entscheidung über Kauslundlücke wurde auf Wunsch der Grünen vertagt.

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