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Maritimes Projekt : Flensburg: Verwirrspiel um Fahrensodde

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine städtische Pressemitteilung über eine angebliche Pachtverlängerung für das Grundstück sorgt für Irritationen. Der Fahrensodde-Investor fühlt sich verschaukelt.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 08:30 Uhr

Flensburg | Eine überlichtschnell zugestellte Pressemitteilung der Stadt sorgt für Verwirrung. Im Nachgang zu unserem Bericht in der Ausgabe vom 9. April („Politik legt maritimes Projekt auf Eis“) überholte ein Schreiben den ihm zu Grunde liegenden Vorgang, indem die Pressestelle am 10. April erklärte, der Pachtvertrag für das Grundstück Fahrensodde 20 sei längst verlängert worden. Tatsächlich bekam Hauptpächter Mathias Hartmann erst vier Tage später – am 14. April – ein Verlängerungsangebot zugestellt. Der Unternehmer fühlt sich verschaukelt.

Eigentlich sollte alles schon in trockenen Tüchern sein. In idyllischer Strandlage sollte aus der bestehenden Besiedlung der ehemals von der DASA genutzten Baracken rund um den historischen Seefliegerhorst ein öffentlich zugängliches maritimes Dienstleistungszentrum für Kleingewerbe, Sport, Erholung und Kultur entstehen. Doch seit mehr als einem Jahr können sich die Stadt und der potenzielle Investor und Hauptpächter Mathias Hartmann nicht über die Pachtbedingungen für die nächsten 30 Jahre verständigen.

Die Hängepartie wird zusätzlich durch den am 31. August auslaufenden aktuellen Pachtvertrag überschattet. Hauptpächter Hartmann hatte, wie berichtet, vor diesem Hintergrund begonnen, Kündigungsschreiben zu verschicken – die DLRG kam als erste Mieterin dran. Was für Irritationen sorgt: Einen Tag nach dem Zeitungsbericht darüber vermeldete die Pressestelle der Verwaltung am 10. April, der Pachtvertrag sei doch längst bis zum Jahresende verlängert worden. Hartmann habe übereilt gekündigt.

Das stimmt nach Hartmanns Angaben nicht ganz. Tatsächlich bekam der Unternehmer diese Mitteilung erst am 14. April – und zwar als unabgestimmten (und deshalb abgelehnten) Änderungsvertrag, der ihm jede weitere Vermietung untersagt und noch andere neue Klauseln enthält. Sauer ist der Unternehmer nicht nur, weil die Stadt ihn wie einen dummen Jungen dastehen lässt, sauer ist er auch, weil der Stadt die Notlage seiner Mieter seit langem bekannt gewesen sei. Er habe den Fachbereichsleiter Michael Draeger wiederholt seit November vergangenen Jahres auf die Problematik auslaufender Kündigungsfristen und wachsender Unsicherheit hingewiesen und am 14. Februar deswegen selbst um eine mindestens 12-monatige Pachtverlängerung gebeten – vergeblich. Jetzt biete ihm Flensburg etwas an, das in diversen Gesprächsrunden strikt abgelehnt habe: Ein Verlängerung nur bis Ende des Jahres, mit der Aussicht, leer stehende Räume teuer zu heizen. Schon jetzt seien durch den Leerstand Kosten von fast 20.000 Euro aufgelaufen. Die Verwaltung will sich diesen Schuh freilich nicht anziehen. Hartmann habe auf Ebene der gemeinsamen Arbeitsgruppe mehrfach und später auch im Finanzausschuss deutlich signalisiert bekommen, dass er von einer Pachtverlängerung bis Ende 2014 ausgehen kann. Die Stadt habe auch angeboten, die Untermietverträge zu übernehmen und sein Risiko zu schmälern. Vor diesem Hintergrund bleibt die Verwaltung dabei: „Hartmanns Kündigungen waren voreilig.“

 

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