Aufwertung der Neustadt : Flensburg verlegt Straße für Einkaufszentrum

Abbruchreif: Der Rest der Tankstelle (vorn) verschwindet ebenso wie das Stück Werftstraße dahinter, das in Richtung Werbeplakate und Sandhaufen verschoben wird. Foto: Staudt
Abbruchreif: Der Rest der Tankstelle (vorn) verschwindet ebenso wie das Stück Werftstraße dahinter, das in Richtung Werbeplakate und Sandhaufen verschoben wird. Foto: Staudt

Für 1,9 Millionen Euro soll die Flensburger Werftstraße nach Osten verlegt werden. Die Politik steht hinter der Investition für das geplante neue Einkaufszentrum.

shz.de von
20. April 2013, 05:38 Uhr

Flensburg | Es sind nur einige Meter, vielleicht 30 maximal, die die Flensburger Werftstraße zwischen Gasstraße und Galwikpark nach Osten verlegt wird. Dafür wird die Stadt knapp zwei Millionen Euro berappen, von denen der Großteil bezuschusst wird. Doch es bleiben Steuergelder, die hier für die Verlegung eines rund 200 Meter langen Stücks Straße ausgegeben werden - damit ein Einkaufszentrum mit genügend Stellplätzen für die Kunden entstehen kann.

Dennoch gibt es so gut wie keinen politischen Widerstand gegen dieses große Infrastruktur-Projekt, mit dem sich die Stadt jetzt rund zehn Jahre beschäftigt. Die letzten Hürden konnten jetzt beseitigt werden, so dass Ende März der schon lange vorher beschlossene Bebauungsplan in Kraft treten konnte. So lange musste Helmut Pagel, Chef der federführenden städtischen Sanierungsgesellschaft, mit der Erteilung des Auftrags für die Straßenverlegung warten. "Da haben wir einen großen Knoten durchschlagen können", sagte Pagel.

"Schon dafür reicht das Gelände dort kaum"

Ausgangspunkt ist die städtebauliche Aufwertung der Neustadt, vor allem im Umfeld der Walzenmühle. Der Edeka-Markt direkt gegenüber und sein Parkplatz verschwinden; hier, so das Ziel der Stadt, soll ansprechende Wohnbebauung entstehen, mit Einzelhandel im Erdgeschoss. Weichen wird auch der Aldi-Markt ein paar Häuser weiter; beide Läden zusammen bilden den Kern des neuen Einkaufszentrums zwischen Feld-, Gas- und Werftstraße.

"Schon dafür reicht das Gelände dort kaum", gibt Pagel zu denken. Zu den 174 erforderlichen Stellplätzen kommen 70 weitere für den Einzelhandel an der Feldstraße und 41 für das Ärztehaus um die Ecke an der Apenrader Straße - keine Chance, die alle hier zu platzieren.

"Dafür gewinnen wir Entwicklungschancen an anderer Stelle"

So entstand vor zehn Jahren die Idee, die Werftstraße auf das ohnehin brach liegende Areal östlich davon zu verschieben. So wird das Gelände westlich davon um etliche Quadratmeter größer - genug Fläche für Aldi, Edeka und Parkplätze.

Arne Rüstemeier, CDU, hält die Investition für erforderlich und erinnert daran, dass dem Planungsausschuss erst im September 2012 eine saftige Erhöhung der Kosten vorgelegt wurde, die dieser zähneknirschend akzeptiert hat. "Wir räumen dafür Flächen frei, die wir dann attraktiver machen können. Und das Einkaufszentrum ist an der Werftstraße richtig platziert. Wohnbebauung passt hier nicht." Auch Stephan Kienaß (SPD) hält die Ausgabe für angemessen: "Dafür gewinnen wir Entwicklungschancen an anderer Stelle." Kienaß und Rüstemeier stehen mit ihren Aussagen stellvertretend für viele andere politische Vertreter.

Die Verlegung der Werftstraße bringt eine Veränderung der Verkehrssituation in diesem Bereich mit sich: Aus einer echten Kreuzung werden zwei T-Einmündungen. Der Brauereiweg mündet weiter nördlich in die Werftstraße, die Gasstraße an der heutigen Stelle. "Wir haben das von einem Verkehrsplaner am Computer simulieren lassen", berichtet Helmut Pagel. "Das funktioniert." Mit dieser Maßnahme soll nicht zuletzt der Schwerverkehr dazu gebracht werden, die Harrisleer Straße zu meiden und die Apenrader Straße zu nutzen.

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