zur Navigation springen

Deutsche Post : Flensburg und Harrislee: Frust über leere Briefkästen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nicht nur in Harrislee, auch in Flensburg gibt es gravierende Mängel bei der Zustellung. Die Post begründet den Missstand mit Ausfällen durch Krankheit.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2015 | 09:00 Uhr

Flensburg | Der Ärger zieht Kreise. Wenn abonnierte Zeitungen mit unschöner Regelmäßigkeit zu spät im Briefkasten landen, ist das ein untrüglicher Indikator dafür, dass mit der Zustellung etwas grundsätzlich schief läuft. Kein Zweifel: Es ist schlecht bestellt um die Pünktlichkeit der Post.

Ein Kunde moniert, er habe allein in den letzten drei Wochen immer wieder Zeitschriften nicht pünktlich erhalten. Auch die übrige Post sei nicht regelmäßig gekommen: „Pausen von zwei bis drei Tagen und dann der ganze Schwung auf einmal.“ Die Stimme erhebt sich nicht etwa in Harrislee, wo die Missstände bereits angeprangert wurden, sondern im Flensburger Stadtteil Fruerlund. Ein weiterer Anwohner berichtet, dort zehn Tage „und länger“ auf dringend erwartete Briefe gewartet zu haben. Ein anderer bedauert, seine Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlen zu können, weil diese verspätet bei ihm ankommen.

Das ist nicht nur in Fruerlund so. Die Probleme manifestieren sich quer durch das gesamt Stadtgebiet. Auf dem Sandberg beispielsweise hatte die Voigtstraße weder Mittwoch noch Dienstag Post im Kasten. An der Johannismühle und in der Schulze-Delitzsch-Straße kommen Briefe meist nur alle zwei bis Tage an. Die Programmzeitschrift „Hörzu“ oder den „Spiegel“ erhalten genervte Kunden oft am Montag statt am Sonnabend, die „Zeit“ am Freitag statt am Donnerstag. Nicht selten führt das zu Abo-Kündigungen.

Aus Mürwik verlautet: „Wir müssen den Briefkasten nur von Dienstag bis Freitag leeren. Gelegentlich kommt keine Post, anderntags um so mehr mit längerer Laufzeit, weiterhin fehlten in den letzten Wochen auch erwartete Briefe.“ Anruf aus der Osterallee: Montags drehe der Postbote, wundert sich ein Anwohner, „mit gerade einmal drei Briefen im Arm“ seine Runden. Nicht viel anders sieht es auf der Rude aus: Rund um die Diblerstraße sollen dort lediglich alle drei Tage Briefe eingehen. Derartige Probleme werden auch aus Engelsby gemeldet – aus dem Orion- oder Uranusweg. Und die Innenstadt schlägt Alarm: „Gefühlt bekommen wir erst ab mittwochs Post. Sendungen zu uns brauchen auf jeden Fall drei Tage länger als üblich.“

Martin Grundler, Pressesprecher der Deutschen Post in Hamburg, ist derzeit nicht zu beneiden. Er nimmt die Beschwerden ernst, aber: „Wir kämpfen in Flensburg und Harrislee nach wie vor mit sehr hohen Krankenständen. Die beiden Standorte gehören betrieblich sehr eng zusammen und es kommt dort im Falle von Engpässen auch zu Personalverschiebungen zwischen den beiden Standorten.“ Die personellen Engpässe führten dazu, dass Zusteller aktuell zu häufig in ihnen nicht optimal geläufigen Bezirken unterwegs seien. „Wenn Vertreter im Einsatz sind, brauchen diese in der Regel länger. Wenn sie nicht zur Verfügung stehen, werden Bezirke zusammengelegt, was die Arbeit der verbleibenden Zusteller zusätzlich verdichtet.“ Abbrüche seien daher punktuell möglich, wenn Kollegen ihre Tour wegen Erreichens der maximalen Arbeitszeit (10,45 Stunden) nicht komplett zustellen können. Für diese Fälle gelte dann aber grundsätzlich die Anweisung, dass am Folgetag der Abbruchteil zuerst zugestellt werden müsse, damit die betroffenen Kunden nicht zwei Tage hinter einander keine Post bekommen. „Drei oder vier Tage ohne Postzustellung sind insofern sehr unwahrscheinlich.“

Wie sieht es aus mit der Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften? Grundler: Die versuchen wir immer taggleich auszutragen, für Infopostsendungen gelten längere Laufzeiten. Am Montag, versichert er, stelle die Deutsche Post wie jeden Werktag flächendeckend zu, allerdings brauche man dafür weniger Personal als an anderen Tagen. Der Montag ist der Tag in der Woche mit der geringsten Sendungsmenge (zum Teil deutlich weniger als 10 Prozent der Wochengesamtmenge), weil die meisten Firmen am Wochenende nicht arbeiten und auch keine Post einliefern. „Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass für viele Kunden einfach auch mal keine Post unterwegs ist“.

Es gibt aber auch Störfeuer anderen Kalibers: Am vergangenen Dienstag war ganztägige Betriebsversammlung in Neumünster, an der auch viele Post-Mitarbeiter aus Flensburg teilgenommen haben. Dadurch ist die die Zustellung großflächig beeinträchtigt gewesen. „Die Aufarbeitung der dadurch angefallenen Rückstände“, so Grundler „kann einige Tage dauern“. Es ist also noch ein klein wenig Geduld gefragt...

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen