Bitte bestätigen Sie Ihre Registrierung per Klick auf den Link in der E-Mail, die wir an Sie gesendet haben.

imago/Sigrid Olsson

Gender : Flensburg tritt EU-Charta für Gleichstellung bei

Beitritt erfolgt ohne zusätzliche Personaleinstellungen in der Verwaltung. Flensburg ist Vorreiter in Schleswig-Holstein


von
2018-09-12 13:52:23.0, 2018-09-12 13:52:23.0 Uhr

Flensburg | Am Ende waren sich alle einig, doch der Weg zu der Entscheidung war teils wirr. SPD, Grüne und Linke hatten im Hauptausschuss den Antrag eingebracht, dass Flensburg als erste Gemeinde in Schleswig-Holstein der „Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ beitreten soll. Ein Anliegen, dass alle anderen Fraktionen grundsätzlich unterstützten. Gesprächsbedarf gab es dennoch. So hatte der von SPD-Frau Barbara Kaun eingebrachte Antrag zunächst offen gelassen, ob der Beitritt zusätzliche personelle Ressourcen im Gleichstellungsbüro erfordert.

Der Ausschussvorsitzende Arne Rüstemeier (CDU) kritisierte: „Warum sollen wir den zweiten Schritt vor dem ersten machen?“ Bevor Flensburg der Charta beitreten dürfe, müssten erst alle Fakten und damit verbundene Kosten auf den Tisch. „Wir haben die Vorlage so umgestaltet, dass wir sie ressourcenschonend umsetzen können“, erwiderte Grünen-Ratsfrau Julia Döring. Wie die Gleichstellungsbeauftragte Verena Balve konnte auch sie jedoch keine genauen Kosten benennen.

Unterstützung bekamen beide in ihrem Anliegen dennoch. „Gleichstellung ist nicht bequem, aber notwendig. Dies geht nicht ohne Ressourcen“, betonte Kaun. Grünen-Fraktionschefin Ellen Kittel-Wegner ergänzte: „Gleichstellung ist ein universelles Menschenrecht. Es ist eine schräge Debatte, wenn wir dann fragen, ob wir sie uns leisten können.“

Werbung
Werbung

Auszug aus der „Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“

„Die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene wendet sich an die Lokal- und Regionalregierungen Europas und lädt sie ein, die Charta zu unterzeichnen, sich formell und öffentlich zum Grundsatz der Gleichstellung von Frauen und Männern zu bekennen und die in der Charta niedergelegten Verpflichtungen innerhalb ihres Hoheitsgebiets umzusetzen. Um die Umsetzung dieser Verpflichtungen zu unterstützen, erklären sich die unterzeichnenden Gebietskörperschaften bereit, einen Gleichstellungs-Aktionsplan zu erarbeiten, der die für diesen Zweck vorgesehenen Prioritäten, Aktivitäten und Ressourcen darlegt.“

Rüstemeier hatte inzwischen einen Änderungsantrag formuliert. Dieser sah vor, dass die Verwaltung zunächst den Beitritt vorbereiten und die damit verbundenen Kosten darlegen sollte. Doch es gab auch inhaltliche Kritik an der Charta, die 2005 auf den Weg gebracht und inzwischen von 1.300 europäischen Gemeinden unterzeichnet wurde. „Es ist nicht einleuchtend, warum wir einer Charta beitreten müssen, um bestimmte Dinge zu erreichen, die wir auch anders erreichen können“, erklärte FDP-Ratsherr Björn Ellenberg. Ähnlich sah es SSW-Vertreter Edgar Möller, der an 34 Jahre erfolgreiche Gleichstellungsarbeit in Flensburg erinnerte. „Die Charta ist für Gemeinden geschrieben, die noch nichts für Gleichstellung gemacht habe. Wir sind da viel weiter.“

Bürgermeister Henning Brüggemann sah dies anders. „Ein Beitritt zur Charta würde zu Impulsen für die Gleichstellungsarbeit führen.“ Mit einem neuen Änderungsantrag war es nun Rüstemeier, der die Debatte für alle Seiten zu einem zufriedenenstellenden Kompromiss führen konnte. Gegen die Stimme der FDP-Fraktion und bei Enthaltung von „Flensburg Wählen“ beschloss der Hauptausschuss schließlich einstimmig, „die Maßnahmen und Ziele des Aktionsplans ohne zusätzliche personelle Ressourcen zu entwickeln“.

Heißt vereinfacht: Die Stadt Flensburg tritt der Charta bei, stellt hierfür jedoch kein zusätzliches Personal ein. Das Gleichstellungsbüro wurde beauftragt, bis zum 31. Oktober vier Handlungsfelder zu benennen, die der Europäischen Charta für Gleichstellung entsprechen. Aus diesen Handlungsfeldern soll dann der Aktionsplan für mehr Gleichstellung in Flensburgs Leben entstehen.

Flensburg | Am Ende waren sich alle einig, doch der Weg zu der Entscheidung war teils wirr. SPD, Grüne und Linke hatten im Hauptausschuss den Antrag eingebracht, dass Flensburg als erste Gemeinde in Schleswig-Holstei...

Mehr anzeigen
Mehr anzeigen
Mehr anzeigen

eslnFburg | mA dEne nware chsi leal ,iengi ocdh der Wge uz der tshnuEgecndi war estil r.wri S,DP eGünr dnu kieLn tathne im scastsHsuuphau nde Arantg tn,erecaibhg sasd lgbeFnsru asl reets eeiGdnme ni tliSs-oenHhewlsigc erd rsiEu„coäpehn ratahC für eid Glulceltshgien ovn raFuen nud äMernnn fua lkroeal E“been biteetern ll.os iEn l,nigneAe sdas lela rdneena anFontirke unclidtszghär trszentuttneü. hecasbGräprsdef abg se h.dcoenn oS etaht dre vno DFrSu-aP braaBar aKnu hbrtganeeeci nrAatg tuäsnhcz nfefo ,nseglaes bo der eittBrit cushzetzilä rsonelplee nuscroesRe mi rlusslnGeltegübohic .rtreedorf

Dre uhoAsctnsssedreszvui erAn Rtsemeierü D)(CU tirsiriee:tk mu„War sleoln riw ned iezewtn Shtcitr rvo med enrtes “ahcmn?e rvoeB nublgFers der rtahCa eiernettb üf,dre üsnetms rtse llae aFkent ndu dmati renudebnev osetnK fau dne sh.icT ri„W ehbna ide alogrVe so tu,esmealgtt ssad riw sie rshsnoseoendrcunec esztnume ,kenönn“ trwdeieer GrüfesrtaRunan- lJuai riDöng. Wie dei ulugleieethbatatngflrcseGs rnVeea lBvae knetno hcau sie dochej neeki unangee Ktnoes e.enennnb

Utürnuegnttsz menbeak eiebd in ihrme nnilAege onhednc. csiluegn„helGlt ist nthci u,qmebe reba .ingtnoedw esiD gteh chtni hneo nes“o,Recurs oentteb u.aKn afsüriGFnknrhitocn-nee lnEel l-gteWeiertnK ä:tenzgre ltcgiGlhn„eelsu sit ein lvssleieenur ensMehhetcn.cr sE tis ieen echäsgr tbta,Dee nwen wri nnad gearfn, bo wir ies usn sleenit “n.knöen

uAgsuz asu der nis„Epcohäreu hatCra für eid uGcgnseetilllh nvo Feanru udn nnMrnäe fau lekoarl bEee“n

iDe„ soehpcriuEä ahrCat ürf eid tlnGeheigullcs ovn aenFur udn nnreMnä fua reallok neeEb eetdwn icsh an die l-Lkao nud ngieiReegurlorgnaen oarEpus ndu ätld sie nei, edi hCarat zu eirenutzehc,nn icsh rfmelol dnu nfhclfötei muz Gnsrzuadt red ullcsgeGenlhti von aurneF dnu neäMnrn zu eeknbnen udn eid ni edr Crtaah nitgredeleenge uVtnepegnifrhcl nenihrbal rseih hsttsbieegHeoi te.uszmnzue mU eid znusgUtem edesir lipnenVuftcehgr uz ueü,etntzrnts lräneekr csih dei zherneciennetund krncsseibeepeörttahfG etrei,b neein iinttplkcganlshA-Gloneeluss zu ,eneetrbrai dre eid üfr ndseie kcZew ovenhsenreeg trteiPoiänr, ktiAitänvte udn nRersocesu .r“dgealt

eimüeretsR thtea nhnsczeiiw ennie sannruardgntgÄe .rfeiuoltmr siDeer sah rv,o ssad eid awgVtlnure zunthäcs edn irttBite erbirovntee dun ied itadm nbduennerev seKnto leegadrn lel.ost ochD es gab hcau niehialthcl Krikit an der taChra, dei 5002 uaf end egW gbcahetr ndu nnhszeiiwc nvo 1.030 eoernhäucspi edGeinmen eeuenitzrhnct w.edur „sE tis itchn dnceieenu,lth wamru irw reein tCrhaa brneetiet ,mnüses mu sbitetmem iDeng zu rhe,ierecn edi irw auhc nreasd inrhercee n,öekn“n lärterek PahFsDet-Rrr Bnörj nlgEreeb.l clÄhhin has es r-SeWStrerVte dagEr lelör,M dre an 43 areJh lorefehegcir iGhsagltieetelurnlbcs ni lensugFrb rerntenie. „iDe ahatrC sit für eninedeGm ebgsrecnehi, eid honc scithn ürf lthelsGlgniecu gtcaehm e.hab Wir idsn ad eivl e“ret.iw

irreBesügtmer gHnnein grüagBnnem sah side nare.sd n„iE Btitiret zru Chrtaa üdwer uz nmeslIpu rfü eid bshaGlesictirngetellu r.feün“h itM eemin enune naraÄtnusegrngd rwa se unn tmRiesüe,er der die atbeDte für llae tnieeS uz enmie esnitunlzneldfrendeee srmposmKoi reüfhn neton.k eegGn ied Smtmei rde -narFDPFtiok und ibe ahnntgElut ovn se„Fublngr lWhä“en sehbocssl erd ssaupsuahtucsH llßsheichci mesngmti,ii e„di mßnaanhMe nud leeZi sed annstopAslki heno iczthuälsze eelenlprso soRseuncer uz e.nc“itwklen

tieHß rt:evhacneif eDi ttSad rFuebsngl rittt erd Craath ,ebi tlelts ürreihf jodech niek ehuäzcszslti resanPol ni.e sDa orüslnesibhuGtecgll rdwue a,etgratbuf bsi zmu 3.1 Oeokrbt eivr alrHgfedsuldnen zu ,nebnnene edi der upiärcsoEehn atrCha für telhnlGescluig rtpcnesnhe.e sAu dsenie ugreendHdfnaslnl osll nnda der oskntnpliAa üfr rmhe glueGlceinlhts ni gsnrubelsF eLbne ntensh.ete

 

jetzt zu shz.de