Geführter Spaziergang : Flensburg - Stadt der Brunnen

 Denkmalpfleger und stellvertretender Leiter des Fachbereiches Umwelt und Planen Eiko Wenzel, Eckart Gutschmidt, Friedrich Schreiber, Cordelia Feuerhake und Silke Beeck vom Verschönerungsverein bei der Brunnenbesichtigung am Nordermarkt.   Foto: wb
Denkmalpfleger und stellvertretender Leiter des Fachbereiches Umwelt und Planen Eiko Wenzel, Eckart Gutschmidt, Friedrich Schreiber, Cordelia Feuerhake und Silke Beeck vom Verschönerungsverein bei der Brunnenbesichtigung am Nordermarkt. Foto: wb

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04. August 2010, 05:53 Uhr

Flensburg | Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Flensburger Brunnen - wie den Neptunbrunnen am Nordermarkt, die Holmnixe, den Maskenbrunnen und die vielen Hofbrunnen. Ursprünglich Versorgungsanlagen, haben sich Brunnen mit der Zeit zu städtebaulich signifikanten, künstlerischen Objekten im Stadtgebiet entwickelt. In Flensburg spielt Wasser im öffentlichen Raum eine wichtige Rolle. So gibt es etliche öffentliche und private Brunnen sowie artesische Wasserstellen, die im Blickpunkt des Interesses stehen. Brunnenanlagen werten das Stadtbild auf, sie sind touristische Anziehungspunkte.

In einer Brunnenliste werden über 30 bekannte Anlagen, die sich an öffentlichen Plätzen, aber auch in Höfen und an Gebäuden befinden, genannt. Die bekanntesten Brunnen wurden in einem fachlichen Brunnenspaziergang auf Einladung des Verschönerungsvereins und im Beisein von Vertretern der Stadt und interessierten Bürgern aufgesucht. Viele Brunnenanlagen, so wurde während der Führung betont, werden stark beansprucht und genutzt, aber dadurch auch in Mitleidenschaft gezogen. So etwa der Nordermarktbrunnen, eines der bekanntesten Denkmäler: Seit Jahren steht Neptun ohne Dreizack da. Darüber hinaus wird er durch Feierlichkeiten und den Zahn der Zeit stark beansprucht.

Friedrich Schreiber, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, begrüßte die Gäste am Neptunbrunnen und wies auf die aktuelle Situation hin. Eiko Wenzel, oberster Denkmalpfleger der Stadt, und stellvertretender Leiter des Fachbereiches Umwelt und Planen, erläuterte die besonderen Aufgaben der Brunnendenkmäler und deren Funktion im städtebaulichen Bereich. Die nötige Sanierung des Neptunbrunnens verschwieg er nicht. Vorschläge zu einer Bannmeile um den Brunnen, aber auch Sicherungsmaßnahmen sowie ein präparierter Dreizack wurden diskutiert.

Thomas Völcke vom TBZ, zuständig für Brunnentechnik, erklärte die Pumpentechnik die Wasserkreisläufe, sowie den Betriebsaufwand.

Anschließend wurde der Brunnen im Burghof besucht, der unter anderem mit Geldern des Verschönerungsvereins zum 100-jährigen Jubiläum restauriert werden soll. Der Hofbrunnen im Neptunhof zeigte positiv, wie private, gepflegte Brunnenanlagen sich in das Gesamtbild einfügen. An der Holmixe hat sich Moos und Algenwachstum ausgebreitet, hier sollte eine gründliche Reinigung schon viel Positives bewirken.

Am Südermarkt bedauerten die Beteiligten das Fehlen eines Stadtbrunnens. Der Verschönerungsverein fordert auch ohne Umgestaltung des gesamten Markplatzes, hier eine markante Brunnenanlage in absehbarer Zeit zu realisieren. Auch Eiko Wenzel unterstützte die Forderung, auf dem Südermarkt wieder einen Brunnen zu installieren. Eine offene Ideensammlung dazu ist in Planung.

Neben den besichtigten Brunnen gibt es einige in Parks, vor Gebäuden, aber auch vergessene und ehemalige Brunnenstandorte, wie den am Nordertor und am Hafermarkt. Und noch einen interessanten Hinweis gab es während des informativen Spazierganges: Der Brunnen im Carlisle Park ist die frühere Einfassung des ehemaligen Brunnens am Südermarkt.

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