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Städtebaulicher Denkmalschutz : Flensburg: SH ebnet den Weg für Südermarkt-Umbau

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburg winkt die Aufnahme in ein 25 Millionen Euro schweres Städtebau-Programm. Das wird keinen Bürger kalt lassen - schließlich heißt einer der Schwerpunkte Sanierung des Südermarkts.

Flensburg | Zur Einbringung der Beschlussvorlage Supa-16/2015 strahlten Peter Schroeders und Eiko Wenzel, die Doppelspitze des Fachbereichs Entwicklung und Innovation am Donnerstag im Planungsausschuss um die Wette. Aus gutem Grund. Wenn alles läuft wie geplant, wird Flensburg in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen und kann in den nächsten Jahren Millionen Euro aus Bundes- und Landestöpfen in die westliche Altstadt stecken. Ein Programm, das keinen Flensburger kalt lassen wird. Einer der Schwerpunkte nämlich heißt Sanierung des Südermarkts.

Eiko Wenzel, Stellvertreter im Fachbereich und oberster Denkmalspfleger der Stadt, hatte an diesem Nachmittag wirklich gute Nachrichten für Flensburg. Bereits im vergangenen Jahr hatte er mit tatkräftiger Hilfe des Kieler Innenministeriums für die deutsch-dänische Kulturachse 1,6 Millionen Euro locker gemacht. Jetzt geht es um wesentlich mehr. In der Bewerbung für die Aufnahme in das Förderprogramm geht es um grob geschätzt 25 Millionen Euro bis zum Jahr 2031. Theoretisch – wenn Stadt, Land und/oder Bund nicht unterwegs die Puste ausgeht, sind sogar über 66 Millionen Euro binnen 16 Jahren drin.

Kiel, führte Wenzel aus, unterstützt Flensburgs Aufnahmeantrag für das Förderprogramm, das in den 90er Jahren für die Sanierung der maroden Städte der neuen Bundesländer aufgelegt und 2009 auf Städte im Westen ausgedehnt wurde. In Schleswig-Holstein profitierte bislang das Weltkulturerbe Lübeck von der Förderung. Als der Bund den Geldtopf 2014 mit mehr Mitteln ausstaffierte, fragte Kiel gleich in Flensburg an. „Der Innenminister hat Flensburg sehr unterstützt“, freut sich Wenzel. Der jüngste Antrag steht im direkten Zusammenhang mit der Deutsch-Dänischen Kulturachse. Bei den Gesprächen sei der große Bedarf sichtbar geworden, der trotz der intensiven Bemühungen Flensburgs um die Bewahrung seiner historischen Altstadt besteht. Kiel habe sich in der Pflicht gesehen, Flensburg dabei zu helfen.

Die Aufnahme ins Programm reduziert sich angesichts der prominenten Fürsprache auf eine Formalie. Im nächsten Schritt kommt dann im Laufe dieses Jahres eine Bestandsaufnahme und Beschreibung der in Frage kommenden Objekte; mit der Ausweisung des Sanierungsgebietes rechnet Wenzel nicht vor Ende des nächsten Jahres.

Als zentrale Aufgabe der Alststadtsanierung bezeichnet er die Heilung des Südermarktes von den städtebaulichen Wunden, die Flensburgs „guter Stube“ in den vergangenen Jahrzehnten zugefügt wurden. Waschbeton-Optik, 70er-Jahre-Tristesse, lieblose Pflasterung, das Problem des Schwerverkehrs am südlichen Rand, dazu der Verlust der Kattsund-Häuser und des Bismarck-Brunnens im späten 19. Jahrhundert – da ist einiges zu therapieren. Und die Flensburger werden hier genauer hinschauen als bei den Kaufmannshöfen, dem Deutschen Haus, dem Eckenerhaus und dem Flensborghus, die ebenfalls auf der Liste stehen. Eiko Wenzel gibt sich zuversichtlich. „Das Programm ist eine große Chance für Flensburg. Wir müssen das in größter Offenheit und mit großer öffentlicher Beteiligung angehen.“

Südermarkt-Chronologie:

 

Gemütlicher kleiner Markt mit großer Kirche: Das war der Südermarkt im 19. Jahrhundert. An St. Nikolai lehnte sich damals an der Südseite das Gebäude des Kattsund an, das um die Jahrhundertwende dem zunehmenden Verkehr auf dem (bis in die 70er Jahre befahrenen Holm) geopfert wurde.

 

1927 wurde in die niedrige Häuserreihe im Süden eine große Lücke für die Dr. Todsen-Straße hineingebrochen, dann verschwand im Zuge der Neugestaltung der Bismarckbrunnen (das Becken ziert jetzt die Grünanlagen vor dem Bahnhof).

 

In den 70er Jahren kamen die Empore mit Kiosk und Toilette und seither die Pläne einer Neugestaltung. 2001 wurde nach einem städtebaulichen Wettbewerb der Bau eines Oktagon vorgeschlagen, das Projekt versandete aber mit den beginnenden Plänen für den Bau der Flensburg-Galerie 2007.

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erstellt am 19.Feb.2015 | 08:00 Uhr

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