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Täter bevorzugen Nähe zur Autobahn : Flensburg: Schon 80 Einbrüche seit September

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wohnungs- und Hauseinbrüche nehmen in Flensburg zu. Seit August sind die Zahlen gestiegen.

Flensburg | Donnerstagabend, 16.30 Uhr: Unbekannte brechen durch die Hintertür in ein Einfamilienhaus am Asmus-Jepsen-Weg in Flensburg ein. Die Täter durchwühlen sämtliche Schränke und stehlen hochwertigen Schmuck. Unerkannt können sie fliehen, bevor die Polizei eintrifft. Diese nimmt sofort die Ermittlungen auf, sichert Spuren, befragt Nachbarn und bittet die Bevölkerung um Hinweise, die zur Festnahme führen sollen. Trotzdem werden viele Täter nie gefasst.

Viele Einbrüche werden von Kriminellen aus dem Baltikum, vom Balkan oder anderen ostreuropäischen Ländern begangen. Die Täter sind oft in Banden organisiert.

Für die Bewohner ist ein Einbruch mehr als nur der Verlust von Wertsachen, so Mathias Engelmann, Leiter der Bezirkskriminalinspektion (BKI) Flensburg. Viele Opfer fühlen sich in ihren vier Wänden nicht mehr sicher. Andere trauen sich nicht mehr auf die Straße zu gehen oder brauchen in Einzelfällen sogar professionelle Hilfe, um ihr Trauma zu verarbeiten.

Einbrüche wie dieser sind in Flensburg keine Seltenheit mehr. Die Zahlen steigen. Von Januar bis Ende November verzeichnet die Polizei 226 Einbrüche in Wohnungen oder Einfamilienhäusern, im ganzen vergangenen Jahr waren es 229. Allein von September bis November gab es in Flensburg 80 Einbrüche. Im Gebiet der Polizeidirektion Flensburg – von Sylt über Eiderstedt bis zur Schlei-Mündung – registrierte man seit Anfang des Jahres 821 Taten (2014: 739, 2013: 806). „Im Sommer werden die Einbruchszahlen normalerweise weniger, in diesem Jahr war es aber nicht so“, erzählt Polizeisprecherin Franziska Jurga. Denn ab August sei die Zahl gestiegen.

Jurga zufolge suchen sich die Diebe in Flensburg gern Wohngebiete in der Nähe der Bundesstraße 200, wie etwa die Westliche Höhe, aus. Von da aus können sie schnell fliehen. „Wir gehen davon aus, dass es sich insgesamt eher um überörtliche Täter handelt“, sagt Mathias Engelmann, Leiter der Bezirkskriminalinspektion (BKI) Flensburg. Ein hoher Anteil der Kriminellen kommt laut Jurga aus dem Baltikum, vom Balkan und anderen osteuropäischen Ländern. Ein Zusammenhang zwischen den Flüchtlingen in der Stadt und den Straftaten bestehe nicht, stellt Jurga klar.

Eine Kernzeit für Einbrüche gibt es nicht. Zwischen 9.30 und 12.30 Uhr sind die Unbekannten aktiv, aber auch in den frühen Abendstunden bis Mitternacht. „Meist hebeln sie Hintertüren und Fenster mit Schraubendrehern auf“, erklärt Engelmann. Drinnen suchen sie gezielt nach Bargeld, Schmuck, und technischen Geräten wie Laptops. Ein Teil des Schadens lässt sich durch Versicherungen beheben, Familienerbstücke sind dagegen für immer verloren.

Ein gefundenes Fressen für die Täter sind Nutzer, die ihre Kontakte im sozialen Netzwerk Facebook an ihren Urlaubs-Abenteuern teilhaben lassen. Diese Bilder schreien förmlich danach, der leer stehenden Wohnung der Urlauber einen Besuch abzustatten. „Gefährlich ist das Posten von Bildern vor allem, wenn jemand sein Profil öffentlich gemacht hat“, erklärt Jurga. „Dann kann jeder darauf zugreifen. Die Polizeisprecherin empfiehlt daher, keine Informationen über Abwesenheiten bei Facebook preiszugeben. Das Gleiche gelte auch für die digitalen Party-Einladungen, die dazu führen, dass schnell ein paar Hundert Menschen an der Haustür klingeln, weil das falsche Häkchen gesetzt wurde.

Für Jurga geht es immer auch um den Faktor Zeit: „Wer einen Einbruch melden oder Hinweise geben möchte, soll sich nicht scheuen, die Telefonnummer 110 zu wählen.“

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erstellt am 11.Dez.2015 | 18:28 Uhr

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