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Abstimmung : Flensburg: Schiffbrücke bald ohne Parkplätze?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Idee einer Kaikante ohne störende Autos in Flensburg: Die Stadt will Meinungen der Bürger hören. Wir auch. Stimmen Sie ab.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 08:01 Uhr

Seit Jahren geistert diese Vision immer wieder durch öffentliche Diskussionen: Eigentlich müssten die Parkplätze vom Kai der Schiffbrücke verschwinden. Die Flächen direkt am Wasser seien viel zu schade, um sie mit Blech voll zu stellen. Doch wohin mit den Autos? Auf diese Frage gibt es nach wie vor keine konkrete Antwort. Trotzdem setzt die Stadt das Thema auf die Tagesordnung und macht sogar Nägel mit Köpfen – wenn auch erstmal nur kleine.

Vom 19. bis zum 29. September werden 40 der insgesamt 137 Stellplätze zwischen der Einfahrt auf Höhe der Neuen Straße und dem Museumshafen gesperrt. Dann will man sehen, welche Wirkung sich einstellt. „Wir wollen eine Situation schaffen, in der man weiter denken kann“, so Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Zuvor jedoch, am Freitag, 5. September, lädt die Stadt alle Interessierten zum „Impulsprojekt Schiffbrücke“ ins Rathaus. Da darf und soll jeder seine Ideen, Gedanken, Visionen und Befürchtungen zu einer autofreien Schiffbrücke artikulieren.

Bei einer ersten, keinesfalls repräsentativen Abfrage von Meinungen ergibt sich ein Ergebnis von 3:1 für die autofreie Schiffbrücke. „Parkplätze mit Meerblick sind zu teuer“, sagte Arne Rüstemeier, Flensburger CDU-Vorsitzender und Mitglied im Planungsausschuss. Das Ziel, die Parkplätze dort weg zu bekommen, stehe auch im Kommunalwahl-Programm der CDU. „Aber“, so betont der Ratsherr, „es muss Ersatz geschaffen werden – vor allem für die Anwohner und die Gewerbetreibenden.“

Rüstemeier regt an, zu untersuchen, wo die Fahrzeuge herkommen und wo die Fahrer hinwollen. „Vielleicht kann man das im Rahmen eines studentischen Projekts machen.“ Er könne sich vorstellen, dass viele der Befragten auch woanders parken könnten, weil sie vielleicht gar kein Ziel an der Schiffbrücke haben. Der CDU-Mann erinnert zudem daran, dass bis Ende des Jahres das Parkhaus bei Karstadt fertig werden soll und dort zusätzliche Stellplätze entstehen. „Und das ist für mich noch in fußläufiger Entfernung von der Schiffbrücke.“

„Die Autos müssen aus der Flensburger Wohnstube raus“, findet auch Frank Petry, Geschäftsführer des Historischen Hafens. Das sei eine alte Forderung. Man könne Teile der frei werdenden Flächen mit großen maritimen Exponaten wie Deckshaus, Anker oder Dampfkessel bestücken. Wichtig sei eine touristische Infrastruktur; so seien öffentliche Toiletten an diesem wichtigen touristischen Zielort der Stadt notwendig. Auch gastronomische Angebote kämen in Frage. Keinesfalls sollte man die Fläche komplett bebauen, sondern für Veranstaltungen frei lassen.

„Mehr Aufenthaltsqualität“ an der Kaikante wünscht sich auch Boy Meesenburg, einer der Investoren des „Kayser’s Hof“ und damit bald quasi Anlieger der Straße am Hafen. Eine Schiffbrücke ohne Parkplätze wäre gut für Flensburg, „der Hamburger Hafen ist auch nicht zugeparkt.“ Er plädiere für eine konsequente Weiterentwicklung der Bereiche am Innenhafen. So müsse man auch die Eisenbahnbrücke an der Zob-Kreuzung abreißen, meint Meesenburg. Anders als in anderen Städten gebe es auch Parkhäuser in der Nähe des Hafens. Meesenburg denkt noch weiter: „Warum nicht ein Parkhaus auf der anderen Seite bauen und einen Fährbetrieb einrichten?“

„Gar nichts“ hält hingegen Franz-Dieter Weiß, Inhaber von Hansens Brauerei, von der Idee der autofreien Schiffbrücke. „Was soll denn da hinkommen?“, fragt er und „warum? Überall sucht man in Flensburg nach Parkplätzen. Ich weiß nicht, wen es stören soll, wenn hier Autos stehen.“ Er räumt ein, dass er als Gewerbetreibender schon von der Parkfläche profitiere. „Aber vor allem ist für die Touristen ideal, dass sie direkt am Hafen parken können.“

Wie soll der Platz an der Schiffbrücke künftig genutzt werden?

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