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Jahresbilanz der Arbeitsagentur : Flensburg schafft 1000 neue Arbeitsplätze

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburg hat die beste Erwerbslosenquote aller kreisfreien Städte. Die Beschäftigung wuchs um 2,6 Prozent.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 19:02 Uhr

Flensburg | Nimmt man den Wettbewerb der vier kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein auf dem Arbeitsmarkt, hat Flensburg ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Von Jahresbeginn bis zum Frühsommer kratzte Flensburg zwar bereits an der Zehn-Prozent-Quote – mit 10,1 Prozent Arbeitslosen trat der Arbeitsmarkt in der Stadt zwischen Januar und Juni noch weitgehend auf der Stelle. Nur Neumünster lag mit einer Quote von 10,4 Prozent noch knapp dahinter. Zum Jahresende hatte sich die Lage dann komplett gedreht. Mit 9,3 Prozent im November und 9,0 Prozent im Dezember beendete der Flensburger Arbeitsmarkt das Jahr als Tabellenführer – klar vor Neumünster (9,4), Lübeck (9,6) und Kiel (10,0). „Wir sind fast als letzte gestartet, haben nach und nach aufgeholt und liegen seit Oktober vorn“, sagt Hans-Martin Rump, Chef der Flensburger Arbeitsagentur. Heute Vormittag werden die ersten Arbeitslosenzahlen des neuen Jahres veröffentlicht.

Für Flensburgs Arbeitsagenturchef Hans-Martin Rump hat die niedrigste Arbeitslosenquote in der Stadt seit zehn Jahren nicht nur mit dem robusten Bundestrend zu tun, sondern auch mit den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Stadt. Die Beschäftigung wuchs zuletzt um 1031 Arbeitsplätze oder 2,6 Prozent auf rund 40.400. „Es gibt eine deutlich größere Nachfrage nach Fachkräften“, sagt Rump und ergänzt: „Es haben aber auch die Helfertätigkeiten profitiert.“ Und zwar mit einem ähnlich hohen Anteil, was deshalb bemerkenswert sei, weil von diesen positiven Verfestigungstendenzen des Arbeitsmarktes auch Menschen profitierten, die es sonst schwerer gehabt hätten.

Einzige Ausnahme der positiven Arbeitsmarktentwicklung: Die Erwerbslosigkeit bei Ausländern stieg zuletzt um 64 oder 11 Prozent an. Neben der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union für Arbeitssuchende etwa aus Rumänien und Bulgarien ist dafür auch die Asylflucht des abgelaufenen Jahres verantwortlich. Denn während auch die kreisfreien Städte Kiel (30,4 Prozent) und Lübeck (14,1) hier deutliche Zuwächse hinnehmen mussten, gebe es allein in Neumünster, wo bislang aufgrund der großen Erstaufnahme keine Flüchtlinge zugewiesen werden, keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Rump berichtet, dass auch die ausländischen Beschäftigten zum Arbeitsplatzaufbau in Flensburg beigetragen hätten – um 329 oder 17,4 Prozent. Rumps Schlussfolgerung: „Wir brauchen diese Menschen. An den Zahlen kann man ablesen, dass es den Bedarf tatsächlich gibt.“

Nach 13 Millionen Euro im vergangenen Jahr hat die Flensburger Arbeitsagentur in diesem Jahr knapp 15 Millionen Euro zur Verfügung. Darunter ist ein Sonderbudget von 1,25 Millionen Euro für Flüchtlinge. Weitere wichtige Posten seien die berufliche Weiterbildung mit rund zwei Millionen Euro, Eingliederungszuschüsse (eine Million Euro), Gründungszuschüsse (2,7) und Arbeitsmarktaktivierung (1).

Als eine der größten Herausforderungen bei den Ausländern hält Rump die Frage, wie schnell herausgefunden werden könne, welche Qualifikationen die Zuwanderer mitbringen. Einige wenige seien vielleicht schnell unterzubringen. Für einen Großteil brauche man aber einen langen Atem, ist sich Hans-Martin Rump sicher: „Wir müssen die Fachkräfte von übermorgen qualifizieren und integrieren.“

 

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