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Stadttheater Flensburg : „Flensburg Proms“ ließen es krachen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stücke von Wagner, Verdi und Piazzolla sowie Edward Elgars Marsch „Pomp and Circumstance“ brachten das Stadttheater zum Kochen

Ein höchst emotional aufgeladenes Publikum gab auch noch nach drei Zugaben frenetischen, stehenden Applaus. Generalmusikdirektor Peter Sommerer brachte im sommerlichen Abschlusskonzert am Sonnabend mit dem Schleswig-Holsteinischen Sinfonieorchester und dem Opernchor das voll besetzte Stadttheater Flensburg zum Überkochen. London Proms, klar, kennt jeder: Aber die Flensburg Proms: Oh, da loderte wahres, leidenschaftliches Feuer.

Gleich zu Beginn heizten die Akteure die gut gelaunten Zuhörer auf mit den mitreißend musizierten „Einzug der Gäste auf die Wartburg“ aus der Oper Tannhäuser von Richard Wagner. Peter Sommerer moderierte auf seine eigene eloquente und launige Art die Stücke mit heiteren Verweisen zu Politik und Kultur. So kündige er ironisch Werke an wie „wir öffnen musikalisch die Schmuckschatulle, steigen auf in den Zenit, in den Olymp, ja, geradezu in das Elysium einer besonderen musikalischen Gattung mit dem Titel ‚zu Recht vergessene Werke der Musikliteratur’, worauf lustiger Weise ein aus der Hitliste der sympathischen Raritäten stammender Rummelplatz-Marsch aus der Feder von Emanuel Chabrier erklang. Nach der inhaltlichen Kurzfassung der Oper Aïda von Giuseppe Verdis – „missglückte Dreiecksbeziehung am Ägypterhof, zwei Tote“ – brachten Chor und Orchester das berühmte Finale des II. Aktes mit dem „Marsch aller Märsche“ zu Gehör.

Für die „Thrombose-Prophylaxe“ geeignet erschienen Sommerer zwei Stücke aus der Gattung des „Tango nuevo“ von Astor Piazzolla. Als „Special guest“ spielte Christian Gerber, gefeierter und vielseitiger Solist am Bandoneón, sowohl das „Concierto para quinteto“ als auch „Adios Nonino“ träumerisch und sinnlich-melancholisch. Das Orchester zeigte sich hier besonders wandlungsfähig und in den beißenden Rhythmen äußerst flexibel. Nach dem ruhigen Intermezzo aus der Oper Cavalleria rusticana von Pietro Masgacgni wurde es dämonisch wild mit einem rumschwangeren Medley aus dem Seefahrer-Romantik-Film „Fluch der Karibik“, bevor Chordirektor Bernd Stepputtis für seine Verdienste am Theater mit der „Maske mit Vorhang in Silber“ geehrt wurde. Die Laudatio hielt Gabriele Cramer. Mit Edward Elgars feurigem Marsch „Pomp and Circumstance“ mit dem patriotisch-glühenden Choral „Land of Hope and Glory“ von Edward Elgar ließ es Sommerer noch einmal krachen und brachte die Stimmung schließlich auf dem Siedepunkt.









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