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Neue Nutzung : Flensburg: Pilkentafel bespielt alte Bahnpost

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Backsteinbau von 1927 ist wichtiger Mosaikstein des neuen Bahnhofsquartiers – und Schauplatz einer großen Theaterstücks.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 07:27 Uhr

Flensburg | Ob die alte Bahnpost neben dem Bahnhof tatsächlich einmal ein Kulturzentrum sein wird, steht in den Sternen. Sicher indes ist, dass sie im Mai für einige Tage ein Ort der Kultur sein wird. Die Theaterwerkstatt Pilkentafel hat für eines ihrer Raum greifenden Projekte wieder einmal ihr kleines Theater am Hafen verlassen und ist auf der Suche nach einer passenden Örtlichkeit in dem ehemaligen Postgebäude fündig geworden.

Obwohl der Backsteinbau aus dem Jahr 1927 seit Jahren leer steht, wirkt er beim Betreten sofort intakt und Respekt einflößend. Der große Raum im Erdgeschoss wird geprägt von den massiven gemauerten Stützen, die mit schwerem Eisenbeschlag eingefasst sind. An der einen Wand warten bereits die Holzstühle auf das Publikum.

Seit 1. März ist das Gebäude im Besitz der Stadt; für 120.000 Euro hat es die Sanierungsgesellschaft von einem privaten dänischen Besitzer gekauft. Der hatte sich mit seinen Plänen für günstiges studentisches Wohnen gründlich verschätzt; im ersten Stock hatte er bereits mit dem Umbau angefangen. Neue Leichtbauwände, Wärmedämmung, Steckdosen deuten darauf hin. Doch dann musste er erkennen, dass vom Baugesetz vorgeschriebene Abstandsflächen fehlen und er letztlich gar nicht sicher stellen kann, dass man das Haus erreicht. Denn die Kopfsteinpflasterstraße vor dem Haus ist nicht öffentlich, sondern seit wenigen Jahren im Privatbesitz. Sie gehört der PM 11. Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die eng verbunden ist mit dem Eigentümer des Güterbahnhofs gegenüber.

Das Problem der fehlenden Erschließung hat die Stadt mitgekauft; Markus Pahl von der Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS) ist jedoch optimistisch, dass es da eine Lösung geben werde: „Wir sind im Gespräch.“ Für die Stadt nimmt das Gebäude eine Schlüsselrolle bei der Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes ein. Im Rahmenplan ist es als Kulturzentrum markiert; es ist kein Geheimnis, dass die Stadtplanung mit dem Gedanken liebäugelt, das Kühlhaus hierher zu verlagern, um dort Platz für Wohnungsbau zu schaffen.

Die Pilkentafel wird hier ab 9. Mai ihr Stück „Flensburger Humankapital“ mit einer großen Zahl Beteiligter spielen. Dabei besucht das Publikum 25 Stationen im Haus, an denen ein bis zehn Personen etwas zeigen oder spielen. Im Gespräch, so Pahl, ist die Einrichtung von Probenräumen für Rockbands; Interessenten sollten sich an das Kulturbüro wenden.

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