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Strecke nach Niebüll : Flensburg: Neuer Bahnhof im Westen wird teuer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gutachten listen möglichen Kosten für verschiedene Alternativen auf und sehen gute Chancen für eine Strecke nach Niebüll.

Flensburg | Mit der Bahn von Niebüll bis direkt an den Zob, während der Fernzug Hamburg – Dänemark nicht mehr am Bahnhof, sondern nur noch in Weiche hält; dort gibt es einen modernen neuen Bahnhof, mit ausreichend Parkplätzen ganz in der Nähe. Oder ein neuer Fernbahnhof wird „auf der grünen Wiese“ zwischen Ochsenweg und Citti-Park errichtet, während die Züge aus Kiel weiter bis nach Niebüll fahren. All das sind mögliche Optionen, die die Bahngutachter Gertz Gutsche Rümenapp untersucht, beschrieben, berechnet und jetzt auch erstmals der Öffentlichkeit präsentiert haben. Eine wichtige Botschaft ihrer Arbeit: Was immer man macht, es wird Millionen von Euro kosten.

Beispiel Weiche: Hier müssen Brücken saniert oder neu gebaut werden, zudem sind neue Bahnsteige, eine Unterführung, Treppen und Aufzüge erforderlich, ebenso ein Bahnhofsgebäude, Außenanlagen und P & R-Plätze. Geschätzte Kosten: 15 bis 30 Millionen Euro. Ein vollständiger Neubau in der Nähe des Citti-Parks wäre mit 12 bis 24 Millionen Euro etwas günstiger.

Politik und Teile der Öffentlichkeit beschäftigen sich seit Jahren mit einer Optimierung der Flensburger Bahnsituation. Als ewiger Mangel wird dabei die Entfernung zwischen Bahnhof und Innenstadt empfunden; daher rührt die Idee, die vorhandenen, aber brach liegenden Gleise der Hafenbahn zu reaktivieren und einen Zug direkt zum Zob fahren zu lassen. Der müsste aber von Weiche kommen, eine direkte Verbindung Bahnhof - Zob existiert nicht. Die Alternative: Diese Idee angesichts der Kosten endgültig begraben und die Bahntrasse ab Wilhelminental für einen kombinierten Geh- und Radweg bis zur Hafenspitze umnutzen.

Ein übergeordnetes Ziel ist die Beschleunigung des Fernverkehrs von Hamburg nach Dänemark unter Umgehung der Schleife durch Flensburg; dies würde den Bau eines neuen Fernbahnhofs in Weiche bedingen.

Zudem wünschen sich Verkehrsplaner, Politiker und Bewohner der Geest eine Reaktivierung der Bahnlinie nach Niebüll. Hier empfehlen die Gutachter: „Die Reaktivierung sollte mit einer Nutzen-Kosten-Untersuchung weiter verfolgt werden.“ Grund: „Die Reaktivierung der Bahnstrecke Niebüll – Flensburg ist vielversprechend“. Es gebe ein hohes Nachfragepotenzial, kürzere Fahrzeiten als mit dem Bus, sehr gute Anschlüsse in Flensburg, Niebüll und Schafflund und ein Potenzial von mindestens 1,2 Millionen Fahrgästen pro Jahr. Die Investitionskosten werden auf 35 bis 90 Millionen Euro geschätzt.

Vier Planfälle mit drei Standorten haben die Gutachter untersucht:
1. Fernbahnhof Weiche + heutiger Bahnhof
2. Fernbahnhof Weiche + heutiger Bahnhof + ZOB
3. Fernbahnhof Citti-Park + heutiger Bahnhof
4. heutigen Bahnhof mit optimiertem Verkehrsangebot

Planfall 4 dürfte nicht zuletzt wegen der übersichtlichen Kosten (ab acht Millionen Euro aufwärts) die besten Chancen auf Realisierung haben. Er sieht die heutigen Verbindungen vor, lässt die aus Kiel kommenden Züge jedoch über Weiche nach Niebüll fahren. Dennoch lässt sich der Status Quo aus Sicht der Gutachter verbessern: So regen sie an, auf der Schleswiger Straße Busse in beide Richtungen fahren zu lassen und die Busspur stadtauswärts zu führen. Wenn dann noch der schon vor Jahren ins Spiel gebrachte Aufzug von der Schleswiger Straße hinab zum Bahnhofsvorplatz kommt, wäre die Verbindung Bahn-Bus deutlich verbessert. Die vorgeschlagene städtebauliche Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes ist seit Jahren Ziel der Stadtplanung.

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erstellt am 01.Okt.2015 | 08:05 Uhr

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