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Fährverbindung ab Dänemark : Flensburg: MS Möwe soll die Ochseninsel retten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Flensburger Fährschiff ist als Verbindung zwischen Sønderhav und der Insel im Gespräch. Die nötige Zulassung ist beantragt, aber die Kopenhagener Schifffahrtsbehörde lässt auf sich warten.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Flensburg | Zwischen dem Festland in Dänemark und der Ochseninsel könnte es wieder eine regelmäßige Fährverbindung geben. Alle warten derzeit auf die dänische Seefahrtsbehörde. Als Torsten Amt Olsen, Abteilungsleiter der Kopenhagener Søfartstyrelsen, vergangenen Dezember in einer kleinen Flensburger Konferenzrunde mit der Mitteilung überraschte, dass Kopenhagen auf Randgewässern wie der Förde künftig auf Hochseestandards verzichten werde, waren die Erwartungen groß. Zwei Flensburger Schifffahrtsbetriebe – die Viking-Reederei mit ihrer „Wappen von Boizenburg“ und die Reederei Ketelsen mit der „Möwe“ – beantragten gleich Anfang des Jahres eine Zulassung der dänischen Behörde für das Anlegen in dänischen Häfen. Zu ihrem Leidwesen hat sich Søfartstyrelsen bislang nicht gerührt.

Durch eine regelmäßige Fährverbindung zwischen dem Festland und der Ochseninsel könnte das Eiland wieder häufig von Besuchern angesteuert werden. Das würde die kleine Inselwirtschaft wieder auf Trapp bringen.

Viking-Chef Jens Görrissen wollte auf der Linie Flensburg-Glücksburg wieder den beliebten Zwischenstopp in Kollund einlegen, auf Ketelsens „Möwe“ setzten Flensburgs Tourismus-Chef und der letzte Insulaner der großen Ochseninsel allergrößte Hoffnungen. Ketelsen will die seit letztem Sommer brach liegende Fährverbindung zwischen Sønderhav und der Insel wiederherstellen. Aktuell fährt er von Flensburg aus täglich drei Touren rund um die Ochseninseln. Geplant war, in diese Rundtour zwei Zwischenstopps einzubauen, mit denen Festland und Insel wieder eine regelmäßige Verbindung bekommen hätten.

Damit hätte möglicherweise auch Rüdiger Fleck wieder Tritt gefasst, der auf einsamem Posten kämpft, seit die deutsche Pachtgemeinschaft auf der dänischen Insel nach elf Jahren im Streit auseinander brach. Der Flensburger stemmt sich verzweifelt gegen die finanziellen Folgen, die mit der Kündigung des Pachtvertrages durch den dänischen Staat auf ihn zurollen. Mit der Trennung der Inselpartner verlor er nämlich auch die Inselfähre. Mithin ist er nicht mehr in der Lage, über den Insel-Krog wichtige Einnahmen zu erzielen. Die Einnahmen sind gnadenlos weggebrochen.

Seine Lage auf dem Eiland ist zunehmend desolat. „Als hier noch alles lief, haben wir bis zu 750 Tagesbesucher gehabt. Wir hatten Hochzeiten, insgesamt über 250 gut besuchte Konzerte.“ Interessenten für die Inselwirtschaft gebe es genügend. „Aber mit den paar Sportbootfahrern und Paddlern, die jetzt noch kommen, kann ich keinen gastronomischen Betrieb begründen“, sagt Fleck. Sollte es die leise Hoffnung gegeben haben, mit der Wiederaufnahme des Fähr- und Krog-Betriebes der Kündigung entgegenzuwirken, ist sie mittlerweile erloschen. Fleck hat aus Kopenhagen Signale empfangen, dass Søfartstyrelsen die Zulassungsfrage nicht vor Juni klären werde. „Dann kann man das für diese Saison ebenso gut vergessen“, sagt Fleck.

Er ist geneigt, einen Zusammenhang zu sehen zwischen seinem vor dänischen Gerichten anhängigen Widerspruchsverfahren gegen die Kündigung und der langsamen Arbeitsweise der Schifffahrtsbehörde. Theoretisch könnte der Pächter durch den Gerichtsstreit die Insel noch längere Zeit blockieren, doch Fleck hat signalisiert, dass er eine einvernehmliche Lösung vorziehen wurde. Am 18. April wollen sich die Parteien treffen.

Gorm Casper, Chef der Tourismus Agentur Flensburger Förde, würde das sehr begrüßen. Eine direkte Linienverbindung von Flensburg zur dänischen „Hausinsel“, das wäre aus seiner Sicht ein „Hammer-Pfund“. Casper will seinerseits auf Søfartstyrelsen einzuwirken versuchen. Assistieren wird ihm Hendrik Vestergaard, in Harrislee lebender Däne. Verstergaard hatte im Dezember die legendäre Konferenz organisiert, auf der Torsten Amt Olsen aus Kopenhagen die Lockerung der einstmals unerfüllbaren Standards verkündet und unbürokratische Hilfe angeboten hatte.

Vestergaard will im Verbund mit Apenrades Bürgermeister Thomas Andresen tätig werden, der an der touristischen Aufwertung seiner Großkommune großes Interesse hat.Neben der Inselfähre ist auch eine Fahrradfähre von Holnis Drei nach Brunsnis im Gespräch. Vielleicht findet sich bei diesen Gesprächen nebenbei ja auch ein gangbarer Weg für Rüdiger Fleck herunter von seiner einsamen Insel. Sønderhav gehört immerhin auch zu Andresens Zuständigkeitsbereich.

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