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Seebrücke in Sandwig wieder da : Flensburg mit Kurstrand-Anschluss

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Sanierung der Hochwasser-geschädigten Glücksburger Seebrücke ist der Schiffslinienverkehr wieder im vollen Gang

shz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 06:01 Uhr

Allgemeines großes Aufatmen in Flensburg und in Glücksburg. Seit Sonnabend, 10.20 Uhr, stehen beide Städte wieder über eine feste Schiffsverbindung im Linienverkehr. Am Sonnabend legte die „MS Viking“ mit 60 Fahrgästen an Bord wieder an der Glücksburger Seebrücke an. Die besonders im Sommer beliebte Fährverbindung war erloschen, weil Anfang Januar Orkan „Axel“ und das ihm folgende extreme Hochwasser die alte Brücke zerstört hatten.

Eigentlich wollte Viking-Reeder Jens Görrissen schon lange wieder auf der Linie Geld verdienen. Aber da war nichts zu machen. Die alte Seebrücke war ein totales Trümmerfeld. Seit 1902 legten hier traditionell die Flensburger Fährschiffe an – erst mit den Petuhtanten an Bord der Dampfschiffe wie Alexandra, Albatros & Co, später mit den schicken Butterschiffen der Förde-Reederei. Markus Schiller, Direktor des Glücksburger Strandhotels, fühlt sich dieser alten Tradition verpflichtet. Der Abriss sei nie ein Thema gewesen, meinte er gestern. „Die Brücke ist wichtig für Glücksburg und auch wichtig für uns.“ Allerdings musste das Unternehmen tief in die Tasche greifen. Auf 250  000 Euro war nach der ersten Besichtigung der Schaden geschätzt worden. Doch es wurde zum Leidwesen des privaten Brückenbesitzers mehr. „Die Brückensanierung hat uns am Ende fast 500  000 Euro gekostet“, so Schiller. Auf Beihilfen darf er nicht hoffen. „Der Sturm gilt versicherungstechnisch als Elementarereignis, da zahlt die Versicherung leider nicht.“ Auch öffentliche Fördermittel waren nicht zu bekommen. „Vielleicht hätten wir die Möglichkeiten tiefer ausforschen können, aber dann wäre die Brücke vermutlich heute noch nicht fertig.“ So hat das Strandhotel die eigentlich für dieses Jahr geplante Erneuerung des Sandwig-Bistro und des Promenadenteils hintenangestellt und die Brücke gebaut. „Beides zusammen wäre nicht gegangen“, so Schiller. „Weil die Zeit drängte, haben wir dann die Brücke vorgezogen.“

Darüber freut sich niemand mehr als Jens Görrissen. Seine Reederei bedient seit Jahren exklusiv die beliebte Fährlinie. „Das war kein Zuckerschlecken ohne den Anleger“, räumt er ein. Die „Viking“ überbrückte die Zeit durch Rundtouren um die Ochseninseln, eigentlich die Hausstrecke der kleinen „Möwe“ aus Flensburg, deren Reeder gerade noch rechtzeitig zu Beginn der Saison diese Rundtour wieder ganz für sich hat. Görrissen hat keine Zweifel, dass die neu aufgebaute Brücke jetzt wieder lange halten wird. „Sie ist gut einen halben Meter höher über der Wasserfläche. Das sollte sich beim nächsten Extremhochwasser positiv auszahlen.“ Freilich wird die höhere Flutsicherheit mit einer Umgewöhnung beim Ein- und Aussteigen erkauft. Die „Viking“ ist sehr niedrig. Da kann es schon sein, dass bei geringem Wasserstand die Passagiere über das erste Geschoss des Mini-Liners an beziehungsweise von Bord gehen. Die „Alexandra“, Gelegenheitsgast am Glücksburger Kurstrand, will am Wochenende die Probe aufs Exempel machen.


Fahrpläne Viking: www.viking-schifffahrt.de

Möwe: www.fahrgastschiffe-flensburg.de

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